: unvollständige chronik
menschenjagden
Rechte Gewalt ist keine Spezialität der fünf neuen Bundesländer, sondern ein Problem der ganzen Republik. Während in Westdeutschland viele der Terroranschläge wie in Mölln und Solingen anonym und von Einzelpersonen ausgeführt werden, kommt es in Ostdeutschland dagegen seit zehn Jahren immer wieder zu Menschenjagden durch Gruppen junger Männer. Den Anfang machten Bürger im brandenburgischen Eberswalde. Am 25. November 1990 jagte ein rechter Mob Afrikaner durch die Stadt. Der 28-jährige Antonio Amadeu stirbt an seinen Verletzungen durch Tritte und Schläge. Am 12. Mai 1994 kommt es in Magdeburg zu einer Hetzjagd auf Afrikaner. Sie werden stundenlang durch die Innenstadt getrieben. Polizei und Bevölkerung schauen zu. Am 13. Februar 1999 verblutet in Guben (Brandenburg) der algerische Asylbewerber Omar Ben Noui, nachdem ihn rechte Jugendliche durch die Stadt hetzten. Am 22. August 1999 schlagen Jugendliche nach einem Volksfest im vorpommerschen Eggesin zwei Vietnamesen brutal zusammen. Eines der Opfer wird lebensgefährlich verletzt. ESE
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