eulennest: Genpool gekauft
Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Wer am meisten zahlt oder verspricht, bekommt den Zuschlag. Zum dritten Mal hat ein Staat die Exklusivrechte am gesamten menschlichen Genom seiner Bürger verscherbelt. Diesmal ist es der Inselstaat Tonga. Was die australische Biotech-Firma Autogen für das Verwertungsrecht an dem Erbgut der 108.000 Tongaer zahlen wird, wurde nicht bekannt gegeben. Sollte Autogen jedoch durch das Genomprojekt verwertbare Produkte entwickeln können, sollen die Tongaer finanziell beteiligt werden. Vorreiter für einen derartigen Genhandel war der Staat Island. Die dortige Regierung erteilte der Gentech-Firma deCode das Recht, im Erbgut der Isländer nach Krankheitsgenen zu suchen. Ein zweites Projket ist derzeit in Estland in Vorbereitung. Dort soll im nächsten Jahr damit begonnen werden, die Blutproben einzusammeln. wlf
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