: Keine „Lex Pommesbude“
■ Das Sielwalleck sucht Investoren, nicht Imbisse
Die Apotheke ist weg, Bremer Bank, Tabakladen und Handtaschengeschäft – weg. Dem Bremer Sielwalleck „droht ein Totalschaden“, urteilte vorgestern der Beirat Östliche Vorstadt über die dramatische Situation. Die Drogenszene, unattraktive Preise und die Konzessionssperre seien Gründe dafür, dass sich am Eck keine neuen Käufer für die leerstehenden Läden einfinden wollen.
Angestoßen hatte die Debatte unter anderem ein Geschäftsmann, der am Eck die Eröffnung einer Pommesbude „Rotweiß“ plante und sein Vorhaben vorläufig auf Eis legen muss. Das Stadtbauamt sagt „Nein“ zu neuen gastronomischen Betrieben. Obwohl der Beirat das Vorhaben „Pommesbude“ einstimmig begrüßt, herrscht über die konkreten, rechtlichen Realisierungsmöglichkeiten Unstimmigkeit. Den Vorschlag, eine Ausnahmeregelung einzurichten, wehrte Ortsamtsleiter Robert Bücking ab: Kein „Lex Pommesbude“, sprich keine Extrawurst für Einzelanfragen. Die Lage erfordere vielmehr eine grundsätzliche Diskussion, wie und ob die strengen Richtlinien zu ändern wären.
Um städteplanerische Maßnahmen ging es weiter im nicht-öffentlichen Teil der Versammlung. Der Beirat will sich über mehrere Sitzungen verteilt mit der Zukunft des sozialen Lebens, des Einzelhandels und des Gastrogewerbes befassen. In der Zwischenzeit hat sich der Frittenvertreiber nach Alternativen am Bahnhof umgeschaut. jes
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