: Der Senator kennt den Schimmelpilz
■ Willi Lemke auf Tour: Gestern besuchte er das Schulzentrum Bergiusstraße
Ganz unten stand das Wasser – und zwischen Eichenparkett und Kunststoff blubberte der Boden der Turnhalle im Schulzentrum Bergiusstraße. Inzwischen wird renoviert, und gestern besuchte Bremens Bildungssenator Willi Lemke (SPD) den Ort der Erneuerung. Das Schulzentrum ist eine von neun Bremer Schulen, die mit 30 Millionen Euro zur Renovierung bezuschusst werden. Seit 40 Jahren wurde in der Bergiusstraße nicht mehr saniert, und dem entsprechend viele Umbauarbeiten liegen an. Große Teile der Außenfassaden sind marode, die Aula ist nicht mehr die Schönste, und auch die Klassenräume könnten besser aussehen. Jetzt sollen diverse Rot- und Grüntöne an den Wänden für Abwechslung sorgen. Bis Herbst 2002 sollen die umfassenden Arbeiten abgeschlossen sein, wobei der Zeitplan schon jetzt etwa acht Wochen überschritten ist. Lemke betonte, dass das Sanierungsprogramm auch nach den Wahlen 2003 weiter gehen soll, damit nach und nach alle Bremer Schulen saniert werden. Willi Lemke gestern: „Dies ist erst der Beginn eines großen Projektes...“
Nicht fehlen durfte bei der Präsentation der Bauaktivitäten natürlich der Hinweis auf den von der Telekom gesponserten „Web Punkt“: So machten die Lehrer mit dem Senator im Schlepptau noch einen kleinen Abstecher in den derzeit neusten Raum der Schule. In Sachen Sponsoring ist die Schulleitung auf Lemke-Linie: Wenn's Tischtennisplatten für umsonst gäbe, könnte sie mit einem kleinen „Coca-Cola“ auf dunkelgrün gut leben.
Willi Lemke ist derzeit auf Tour: Er war schon an 130 Schulen und will noch in dieser Legislaturperiode alle anderen – über 40 stehen noch aus – besichtigen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Was er zum Teil schon hat. Willi Lemke gestern: „Ich kenne den Schimmelpilz und die Sorgen der Lehrer.“
Sarah Reimann, 17
Julia Melchers, 16
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