: heute: das spiel des jahres
Normalerweise verbringt der Durchschnittsdeutsche – rein statistisch gesehen – mehr als drei Stunden täglich vor der Glotze. Zu fußballweltmeisterschaftlichen Zeiten ist das natürlich wesentlich mehr. Deutlich weniger Zeit bleibt dann für den Nachwuchs. Glaubt man der Studie „Zeit im Blickfeld“ des Bundesfamilienministeriums, so widmet die Erwachsenenwelt der aktiven Kinderbetreuung nicht einmal die Dauer eines Fußballspiels. Dabei kann das so spannend sein. Zum Beispiel in der „Villa Paletti“. Gestern wurde das Geschicklichkeitsspiel für Kinder zwischen acht und 80 zum „Spiel des Jahres 2002“ gekürt. Das Holzbauspiel aus dem Münchener Zoch Verlag begeisterte die Jury auch ganz ohne Golden Goal. Damit wurde erstmals ein Bauspiel mit dem Titel ausgezeichnet. „Diese Spielegattung hat bisher zu
Unrecht in der Kritik als Kinderkram ein Schattendasein gefristet“, sagte Jury-Sprecher Synes Ernst vom Spiel des Jahres e. V. gestern in Berlin. Spiele dieser Art seien „transparent, logisch und mit einem raschen Zugang“. Und: „Bauen fordert und fördert die Geschicklichkeit und das logische Denken“. Der Erfinder des Spiels für schwindelfreie Baukünstler heißt Bill Payne, ein 33-jähriger Kanadier aus Ontario. Neuer Chefbaumeister wird, wer die meisten und wertvollsten Säulen seiner Farbe sicher auf die höchste Ebene hinaufschafft. In tiefste Ungnade fällt hingegen, wer die Villa Paletti zum Einsturz bringt. Das ist die Regel. Seit Oktober 2001 ist das Spiel im Handel – für circa 30 Euro. Das „Spiel des Jahres“ für Kleinkinder heißt „Maskenball der Käfer“ – ein Merkspiel. LUEBBE
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