Er sprach über bosnische Musik, guckte die Tour de France, schrieb über Kartografie – Christian Semler war ein Schatz an Wissen.von Deinen Kolleginnen Und Kollegen
Je mehr ich hier über Semler lese, desto mehr denke ich: Ich freue mich über die TAZ-Biographie über ihn. Es wäre eine interessante Entwicklungsgeschichte der bundesdeutschen Linken, mit Irrungen und Wirrungen und Lehren daraus. Ich hoffe, ihr setzt euch daran!
16.02.2013 00:41 Uhr
von claudiland:
Ja, das war ein wundervoller Mensch - sogar zu KPD (AO)-Zeiten - freundlch, gebildet, so überzeugend, dass sogar meine Mutter, die ich einmal zu einer Parteiveranstaltung geschleift habe, völlig begeistert von ihm war - trotz seiner damals noch recht dogmatischen Ansichten - oder Äußerungen - auch er war gefangen in der Mao-Doktrin. ich bin sehr traurig, dass er so früh gestorben ist, hätte gerne noch einmal mit ihm geredet, Erfahrungen ausgetauscht. Menschen wie er sind das Salz der Erde.
15.02.2013 12:59 Uhr
von Semler-Fan :
Christian Semler habe ich immer gerne gelesen. Am Ende meiner taz-Abo-Genosse-Zeit waren er und Zumach noch die einzigen Halteseile .... aber nachdem Sudel-Kai Genosse wurde, habe ich mich trotz ihm verabschiedet.... Ruhe in Frieden ! H.
15.02.2013 11:13 Uhr
von tazitus:
Danke für die Texte von und zu Christian Semler.
"Ich würde alles wieder so machen (entscheiden)." (Ole von Beust zur Elbphilharmonie) "Ich will so bleiben wie ich bin." (der neue Steuermann der Piraten in Nds., Kevin Price)
Schade, dass die beiden und so viele andere Menschen nicht wissen, dass sie sich weiterentwickeln könnten, dass sie besser werden könnten. Den Namen Christian Semler haben die vermutlich noch nie gehört.
14.02.2013 18:42 Uhr
von Jürgen Buxbaum:
Es ist mir als hätte ich einen engen Freund verloren
Ich habe Christian Semler nur einmal persönlich getroffen, irgendwann in den 70er Jahren. Mit 18 habe ich, nach sorgfältiger Abwägung aller politischen Alternativen, mich ganz bewusst der KPD angeschlossen, zunächst politisch, dann organisatorisch. Und vor 33 Jahren habe ich mich ebenso bewusst an ihrer Auflösung beteiligt. Aus den gleichen Gründen, aus denen ich Kommunist war - Freiheit, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit - bin ich keiner mehr. Wie bei ihm hat die persönliche Erfahrung mit dem 'Sozialismus' im Osten dabei eine große Rolle gespielt. Was ich in den letzten Jahrzehnten von und über ihn gelesen habe, hat mich immer emotional und intellektuell berührt. Nie würde ich mich mit ihm vergleichen wollen, was sein Wissen und seine geistige Tiefe betrifft, aber was seine Wandlung seit den 70ern und seine ganze Haltung als Mensch und Linker betrifft, da scheint es mir, ich hätte einen Bruder im Geiste verloren. So bin ich traurig über den Tod eines Menschen, den ich nur einmal gesehen habe und von dem ich doch glaube, dass er die Welt reicher gemacht hat. Es wird etwas von ihm zurückbleiben, in uns.
14.02.2013 17:42 Uhr
von JGonz:
Das muss ein wundervoller Mensch gewesen sein! Wieso nur sind die Erwähnungen seines Schaffens nicht verlinkt?
Abgesehen davon, einer der besten Nachrufe, die ich je gelesen habe. Kudos!
Wundervoll weich geschriebener Nachruf. Christian hätte seine Freunde daran gehabt.
14.02.2013 11:26 Uhr
von Christoph Assheuer:
An Christian Semlers Artikel (siehe: "Wenn wir einmal alt sind") konnte man sich hervorragend orientieren, zumindest in den letzten dreißig Jahren. Seine detaillierten Analysen waren ein guter Ausgangspunkt, um in ein unbekanntes Thema einzusteigen und die eigenen Fragen zu stellen. Beim Schreiben habe ich ihn mir immer leise schmunzelnd vorgestellt.
Man könnte ihn ehren, indem man einen Sammelband seiner "wichtigsten" Artikel ins Netz stellt oder als Buch herausbringt(oder beides).
14.02.2013 02:55 Uhr
von alcibiades:
Höre gerade "die interessante bosnische Sevdalinka“, die mir bis dato noch nichts sagte. Wirklich interessant. RIP Semler. Wird fehlen.
14.02.2013 02:44 Uhr
von hodann:
Euer Nachruf hat mich sehr neugierig auf Christians Artikel: "Das Elend linker Immunisierungsversuche" gemacht.Könnt ihr diesen Artikel noch einmal veröffentlichen bzw. einen link zum downloaden bereitstellen ??
Danke
14.02.2013 01:03 Uhr
von Chris:
Was bitte ist denn eine "Ostlerin"? Außer ein wirklich beleidigendes Wort - klingt irgendwie wie "Negerin" für mich. Und, dass die Russischkenntnisse der Dame "eingetrocknet" waren, lag sicher daran, dass sie - wie so gut wie jeder, der im Osten zur Schule ging - den Russischunterricht gehasst und alles ganz schnell vergessen hat. Jemand der was von "Ostlern" versteht hätte das gewusst und diese Anekdote anders erzählt. Herr Semler sicher auch ... rest in peace
14.02.2013 00:41 Uhr
von Stieglitz:
Bei den vielen freundlichen Worten gehe ich mal davon aus, dass H. Semmler gestorben ist?
Wann, wo und woran?
13.02.2013 23:45 Uhr
von David:
Ein schöner Artikel!
13.02.2013 21:56 Uhr
von JoHnny:
...in memoriam ...
13.02.2013 20:30 Uhr
von Paul aus Prag:
Ich (ein Tscheche) traf Herrn Semler und sprach mit ihm nur einmal in meinem Leben. Er schlepte damals eine Tasche voll von Büchern. Ich fragte ihn, was für Bücher es sindt. Er legte sie auf den Tisch. Es waren (vielleicht zuffälig) alles Werke über die osteuropäische Kultur und Literatur. Ich staunte bloß. So was habe ich bei einem "westlichen" Journalisten und Intellektuellen noch nie gesehen. Und höchstwahrscheinlich nie sehen werde. Das ist meine kurze Erinnerung an einen unglaublich vielseitigen deutschen Kollegen.
Leserkommentare
04.03.2013 23:36 Uhr
von Alex:
Je mehr ich hier über Semler lese, desto mehr denke ich: Ich freue mich über die TAZ-Biographie über ihn.
Es wäre eine interessante Entwicklungsgeschichte der bundesdeutschen Linken, mit Irrungen und Wirrungen und Lehren daraus.
Ich hoffe, ihr setzt euch daran!
16.02.2013 00:41 Uhr
von claudiland:
Ja, das war ein wundervoller Mensch - sogar zu KPD (AO)-Zeiten - freundlch, gebildet, so überzeugend, dass sogar meine Mutter, die ich einmal zu einer Parteiveranstaltung geschleift habe, völlig begeistert von ihm war - trotz seiner damals noch recht dogmatischen Ansichten - oder Äußerungen - auch er war gefangen in der Mao-Doktrin.
ich bin sehr traurig, dass er so früh gestorben ist, hätte gerne noch einmal mit ihm geredet, Erfahrungen ausgetauscht. Menschen wie er sind das Salz der Erde.
15.02.2013 12:59 Uhr
von Semler-Fan :
Christian Semler habe ich immer gerne gelesen. Am Ende meiner taz-Abo-Genosse-Zeit waren er und Zumach noch die einzigen Halteseile .... aber nachdem Sudel-Kai Genosse wurde, habe ich mich trotz ihm verabschiedet....
Ruhe in Frieden ! H.
15.02.2013 11:13 Uhr
von tazitus:
Danke für die Texte von und zu Christian Semler.
"Ich würde alles wieder so machen (entscheiden)."
(Ole von Beust zur Elbphilharmonie)
"Ich will so bleiben wie ich bin."
(der neue Steuermann der Piraten in Nds., Kevin Price)
Schade, dass die beiden und so viele andere Menschen nicht wissen, dass sie sich weiterentwickeln könnten,
dass sie besser werden könnten. Den Namen Christian Semler haben die vermutlich noch nie gehört.
14.02.2013 18:42 Uhr
von Jürgen Buxbaum:
Es ist mir als hätte ich einen engen Freund verloren
Ich habe Christian Semler nur einmal persönlich getroffen, irgendwann in den 70er Jahren. Mit 18 habe ich, nach sorgfältiger Abwägung aller politischen Alternativen, mich ganz bewusst der KPD angeschlossen, zunächst politisch, dann organisatorisch. Und vor 33 Jahren habe ich mich ebenso bewusst an ihrer Auflösung beteiligt. Aus den gleichen Gründen, aus denen ich Kommunist war - Freiheit, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit - bin ich keiner mehr. Wie bei ihm hat die persönliche Erfahrung mit dem 'Sozialismus' im Osten dabei eine große Rolle gespielt. Was ich in den letzten Jahrzehnten von und über ihn gelesen habe, hat mich immer emotional und intellektuell berührt. Nie würde ich mich mit ihm vergleichen wollen, was sein Wissen und seine geistige Tiefe betrifft, aber was seine Wandlung seit den 70ern und seine ganze Haltung als Mensch und Linker betrifft, da scheint es mir, ich hätte einen Bruder im Geiste verloren. So bin ich traurig über den Tod eines Menschen, den ich nur einmal gesehen habe und von dem ich doch glaube, dass er die Welt reicher gemacht hat. Es wird etwas von ihm zurückbleiben, in uns.
14.02.2013 17:42 Uhr
von JGonz:
Das muss ein wundervoller Mensch gewesen sein! Wieso nur sind die Erwähnungen seines Schaffens nicht verlinkt?
Abgesehen davon, einer der besten Nachrufe, die ich je gelesen habe. Kudos!
Viel Spaß!
14.02.2013 15:43 Uhr
von Thomas_U:
@hodann:
TAZ-Magazin vom 30.05.1998
Das Elend linker Immunisierungsversuche
http://mitglied.multimania.de/sarkasmus/Schwarzbuch/f153.htm
14.02.2013 13:31 Uhr
von Ruprecht Frieling:
Wundervoll weich geschriebener Nachruf. Christian hätte seine Freunde daran gehabt.
14.02.2013 11:26 Uhr
von Christoph Assheuer:
An Christian Semlers Artikel (siehe: "Wenn wir einmal alt sind") konnte man sich hervorragend orientieren, zumindest in den letzten dreißig Jahren.
Seine detaillierten Analysen waren ein guter Ausgangspunkt, um in ein unbekanntes Thema einzusteigen und die eigenen Fragen zu stellen. Beim Schreiben habe ich ihn mir immer leise schmunzelnd vorgestellt.
Man könnte ihn ehren, indem man einen Sammelband seiner "wichtigsten" Artikel ins Netz stellt oder als Buch herausbringt(oder beides).
14.02.2013 02:55 Uhr
von alcibiades:
Höre gerade "die interessante bosnische Sevdalinka“, die mir bis dato noch nichts sagte. Wirklich interessant. RIP Semler. Wird fehlen.
14.02.2013 02:44 Uhr
von hodann:
Euer Nachruf hat mich sehr neugierig auf Christians Artikel: "Das Elend linker Immunisierungsversuche" gemacht.Könnt ihr diesen Artikel noch einmal veröffentlichen bzw. einen link zum downloaden bereitstellen ??
Danke
14.02.2013 01:03 Uhr
von Chris:
Was bitte ist denn eine "Ostlerin"? Außer ein wirklich beleidigendes Wort - klingt irgendwie wie "Negerin" für mich. Und, dass die Russischkenntnisse der Dame "eingetrocknet" waren, lag sicher daran, dass sie - wie so gut wie jeder, der im Osten zur Schule ging - den Russischunterricht gehasst und alles ganz schnell vergessen hat. Jemand der was von "Ostlern" versteht hätte das gewusst und diese Anekdote anders erzählt. Herr Semler sicher auch ... rest in peace
14.02.2013 00:41 Uhr
von Stieglitz:
Bei den vielen freundlichen Worten gehe ich mal davon aus, dass H. Semmler gestorben ist?
Wann, wo und woran?
13.02.2013 23:45 Uhr
von David:
Ein schöner Artikel!
13.02.2013 21:56 Uhr
von JoHnny:
...in memoriam ...
13.02.2013 20:30 Uhr
von Paul aus Prag:
Ich (ein Tscheche) traf Herrn Semler und sprach mit ihm nur einmal in meinem Leben. Er schlepte damals eine Tasche voll von Büchern. Ich fragte ihn, was für Bücher es sindt. Er legte sie auf den Tisch. Es waren (vielleicht zuffälig) alles Werke über die osteuropäische Kultur und Literatur. Ich staunte bloß. So was habe ich bei einem "westlichen" Journalisten und Intellektuellen noch nie gesehen. Und höchstwahrscheinlich nie sehen werde. Das ist meine kurze Erinnerung an einen unglaublich vielseitigen deutschen Kollegen.