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wortwechselVon linkem Aushalten und Migration

Meinungsspektrum unter Menschen, die sich als links sehen, ist breiter als gedacht. Sind Europäer auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen keine „echten“ Migranten?

Sozialer Frieden

Die Krux mit dem Kreuz,

wochentaz vom 6. – 12. 6. 26

Mir geht es um einen zunehmenden Verlust des Vertrauens in die gewählten, politischen Re­prä­sen­tan­t:in­nen demokratischer Gesellschaften, die durch ihr politisches Amt nicht nur privilegiert, sondern auch beauftragt sind, gesellschaftliche Entwicklung voranzubringen, und denen vorgeworfen wird, dass sie in Jahrzehnten zurückliegender Regierungsverantwortung nicht verhindern konnten, dass sich eine ungeheure materielle Machtkonzentration von Konzernen und Tech-Bros entwickeln konnte, der politisch nicht durch eine global einheitliche Steuerpolitik und Umverteilung von Vermögen entgegengewirkt wurde, um zunehmende gesellschaftlichen Spannungen durch ungleiche Vermögensverteilung zu verhindern. Die Diskussionen über den Erhalt eines sozialen Friedens als notwendiges Bindemittel von Gesellschaften ist merklich abgeklungen und wurde ersetzt durch Leistungsanforderungen und So­zial­kürzungen gegenüber den Schwächsten in der Gesellschaft, was die absehbare Erosion des Zusammenhalts zur Folge hat.

Elke Wetzel, Frankfurt am Main

Zu alt?

Was Linke aushalten müssen“,

wochentaz vom 13. – 19. 6. 26

Jetzt muss ich als fast 70-jähriger linksgrün Versiffter wohl langsam akzeptieren, dass ich auch für die taz zu alt bin. Was ist „Ikkimel“ und „unangekündigte Exen“, wer ist „Zartmann“, und wieso muss ich das alles aushalten? Da bin aber froh, dass der Rausch mit erhöhtem THC in meinem Alter wohl gut aushaltbar ist

Heinz Kurtenbach, Much

Meinungsspektrum

Was Linke aushalten müssen“,

wochentaz vom 13. – 19. 6. 26

Kubicki okay, aber Wagenknecht nicht? Mir ist schon klar, dass diese Liste bloß ein Scherz ist, aber das ist schon eine interessante Einschätzung von einer Person, die sich als links bezeichnet. Letztlich zeigt es aber auch mir gut auf, wie breit das Meinungsspektrum unter Menschen, die sich als links sehen, ist.

Wabbel auf taz.de

Lebensorte

Die meisten ‚Migrant:innen‘ in der Schweiz kommen aus Italien und Deutschland“,

wochentaz vom 13. – 19. 6. 26

Warum steht das Wort Mi­gran­t:in­nen in dieser Überschrift in Anführungszeichen? Jemand, der seinen Lebensort verlässt und woanders lebt, ist migriert. Zieht ein Mensch aus Frankreich nach Spanien und lebt dort, ist er migriert. Das hat erst mal noch nichts mit Flucht aus Not, Krieg, Bedrohung zu tun. Für Mi­gran­t:in­nen aus Krisenländern/-situationen in Afrika oder Asien wird dieser Begriff ohne Anführungszeichen genutzt. Aber nicht für Europäer?

Martina Tölle, Hofgeismar

Linke Gegenbewegung

Es geht um mehr als nur die USA“,

wochentaz vom 6. – 12. 26

Die Autorin hat genau die richtigen Worte gefunden. Ihr Vorschlag mit dem Gegenverband zur Fifa wäre so eine Möglichkeit, den Wahnsinn zu stoppen und dadurch das schöne Spiel Fußball zu retten. Ob es je gelingen wird ist fraglich. Ich habe vor Jahrzehnten die Dokumentation „Ein System siegt sich zu Tode. Der Kapitalismus frißt seine Kinder“ gelesen. Da waren diese Auswüchse, die jetzt überall auch im Fußball zu beobachten sind, treffend beschrieben.

Nachdem sich in diesen dreieinhalb Jahrzehnten zu wenig positiv geändert hat, wird uns der Technofaschismus massiv zusetzen und große gesellschaftliche Verwerfungen verursachen. Es sei denn, wir schaffen, auch mit eurer Hilfe, eine progressiv linke Gegenbewegung und es dreht sich wieder in eine menschliche Richtung. Denn aufgeben ist keine Option.

Wolfgang Wedel, Nürnberg

Fußball total

Es geht um mehr als nur die USA“,

wochentaz vom 6. – 12. 26

Nun rollt ergo der Ball zur 23. internationalen Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika. Brot und Spiele für die Massen! Bei aller Begeisterung für den Sport rund ums runde Leder bleiben etliche Kritikpunkte. Erstens: Ist es wirklich verantwortbar, in der derzeitigen politischen Situation eine WM in den USA stattfinden zu lassen, wo doch der egomanische, autokratische Präsident langsam aber sicher diktatorische Züge annimmt und die Erde an den Rand eines dritten Weltkriegs führt? Zweitens: Bei sportlichen Großereignissen geht es vor allem ums Geld. Ist es in Ordnung dass Otto Normalfußballfans zwei Monatslöhne für ein WM-Ticket latzen müssen? Drittens: Wie viele Millionen Euro „Taschengeld“ erhalten die Fußballprofis für ihre WM-Teilnahme? Steht das wirklich im Verhältnis zur erbrachten Leistung? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Christopher Doemges, Dortmund

Bildung

Herr Heckel und die AfD “,

wochentaz vom 30. 5. – 5. 5. 26

Ich teile die hehren Motive des Max Heckel vollumfänglich. Er macht sich aber unnötigerweise angreifbar. Dass der Kampf für Demokratie und gegen Rechtsextremismus Teil des Bildungsauftrags sein soll, ist auch so eine Sache. Die Bürokraten in den jeweiligen Kultusministerien verstehen darunter im Zweifel etwas ganz anderes als Max Heckel beziehungsweise jede andere Lehrkraft mit einem diesbezüglichen Bildungsauftrag. Im Zweifel haben wir es hier mit einer Worthülse zu tun, die auslegungsfähig ist. Schon zu alten BRD-Zeiten war es ein Unterschied, ob man es mit einem SPD-regierten Land zu tun hatte oder mit einem mit einer CDU/CSU Regierung. Bayern war früher in Sachen politischer Liberalität das Schlusslicht. Das hat sich heute geändert. In der politischen Kultur zwischen Sachsen und zum Beispiel Hessen oder Baden-Württemberg liegen gewisse Welten.

Ronald Wellenreuther, Weinheim

Platon lesen

„Die eine Frage“,

wochentaz vom 13. – 19. 6. 26

Ein relativ langer Artikel für eine Erkenntnis, die in drei Sätze passt. Aber trotzdem gut auf den Punkt gebracht. Die Politiker haben viele Berater, auch Fachleute sind da­run­ter. Aber wenn Fachleute in den Medien befragt werden, stellt sich oft heraus, dass ihr Rat nicht befolgt wird. Das kenne ich aber im Privatleben genauso auch. Wer sich die Mühe macht, „Politeia“ zu lesen, wird erkennen, dass dieses Problem nicht neu ist.

Conrad auf taz.de

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