wortwechsel: Rivalitäten bei Arbeit, Sport und Spiel
Ein Laufwettkampf ist eine sportliche Herausforderung, Wer „nur zum Spaß“ einen Marathon mitläuft, kann ein Risiko darstellen. Erobert der Feminismus nun die Bergwelt?
Relationale Räume
„Ist die liberale Demokratie noch zu retten?“, wochentaz vom 11.–17. 4. 26
Im Artikel analysieren und diskutieren unterschiedliche Autoren mehrperspektivisch und mit alternativen Handlungsperspektiven. Für mich ein gelungener Versuch, das Thema der Demokratiegefährdung zu weiten und in seinen gesellschaftlichen komplexen Zusammenhängen zu erfassen.
Meine These ist, dass die Demokratie wieder lebendig wird, wenn Politik relationale Räume strukturell erschafft und finanziert. In Kitas, Schule, Ausbildung und Beruf, eine echte Teilhabe mit Begegnungsräumen, kleinen Gruppen, qualifiziertem Personal. Bürgerräte, die kein Feigenblatt sind, und Politiker, die wieder Verbindung statt Spaltung und Zugehörigkeit statt Ausgrenzung in den öffentlichen Debatten vorleben. Demokratie braucht Räume und Zeit.
Anton Heim, Nürnberg
Mahnmal
„Ich wurde von allen Seiten angebaggert“,
wochentaz vom 18.–24. 4. 26
Den Behörden vorzuwerfen, sie hätten nichts getan, ist zu kurz gesprungen. Auf einmal gibt es Millionen von Walexperten und alle haben eine andere Meinung. Der Wal soll einfach einschlafen. Er soll feucht gehalten werden. Er soll nicht gestört werden. Er soll mit einem Hubschrauber abtransportiert werden. Habt Ihr Euch schon mal Gedanken gemacht, wie wir mit anderen Tieren umgehen? Schweinemast, Legebatterien, Überfischung, Pestizide gegen Insekten, Wölfe, Krötenwanderungen.
Mich berührt das Schicksal dieses Wals auch, keine Frage. Das Engagement und die Meinungsäußerungen, die viele Menschen nun für die Rettung dieses Meeresbewohners an den Tag legen, würde ich mir auch gegen die Vermüllung unserer Landschaft und Städte, gegen das Herumheizen auf Autobahnen, gegen die Abholzung von Bäumen, gegen den Hunger auf der Welt, gegen Kriege, für die Klima-Rettung wünschen.
Achim Bothmann, Hannover
Hohe Berge
„Das Patriarchat in der Wildnis“,
wochentaz vom 18.–24. 4. 26
Ich finde es richtig, dass die Autorin den Begriff „Alpine divorce“ angreift. Ich verstehe den Artikel eher als Einstieg in eine Thematik, die zu vertiefen sich lohnt. Den Artikel beendet sie: „(…) verstehe jede Person, die ab jetzt keine Lust mehr hat, mit Männern in die Berge zu gehen. Vielleicht wird der Berg dann auch mehr zu einem feministischen Raum (…)“ Das ist doch sehr übers Thema hinausgeschossen, entmündigt sie damit doch die Millionen glücklicher Paare im Gebirge. Wer kennt es im Übrigen nicht, dass eine Paarbeziehung im Urlaub sich erprobt.
Rolf Isensee, Hornburg
Bergsteiger sind fair
„Das Patriarchat in der Wildnis“,
wochentaz vom 18.–24. 4. 26
Männer, die so etwas tun, sind keine Bergsteiger, sondern Arschlöcher. Wirkliche Bergsteiger lassen niemanden zurück, keinen Kumpel und schon gar nicht die eigene Partnerin. Wenn Frauen solche miesen Erfahrungen „an einem Stück“ überleben, sollten sie eine Trennung ins Auge fassen.
II_Leopardo auf taz.de
Kipppunkte
„Als Idee verführerisch, doch nur ein Mythos“, wochentaz vom 4.–10. 4. 26
Zuerst habe ich von Matthias Kalle den Artikel „Auf der Kippe“ gelesen: Sehr erhellend in der rückblickenden Draufschau. Als ich danach erst seinen kurzen Beitrag auf Seite 2 in der neuen Rubrik „die woche“, welche bestimmt in nicht unerheblichem Maß von ihm angestoßen wurde, entdeckt habe, fand ich diese Idee und Neuerung großartig und freue mich auf weitere Analysen und (erste) Einordnung als Unterstützung/Anregung für uns Leser:innen in einer Welt mit zu vielen, zu schnellen, zu schrillen bis schrecklichen Nachrichten. Daniela Ochs, Appel
Unvernunft
„Eine EU-Nuklearbombe halte ich für verfehlt“,
wochentaz vom 18.–24. 4. 26
Was für einen Abschreckungseffekt hat heutzutage noch eine Atombombe? Jeder weiß, dass Israel die Atombombe besitzt und mit einem Erstschlag sowie Zweitschlag agieren und reagieren könnte. Trotzdem wird und wurde Israel nicht nur vom Iran angegriffen, sondern auch von der Hisbollah als Proxy Irans sowie von den Huthis, ebenso Proxys des Iran.
Syrien und Ägypten griffen Israel am Jom-Kippur-Tag 1973 an, und da hatte Israel schon die A-Bombe. Eine Atommacht kann sich also nicht darauf verlassen, nicht angegriffen zu werden.
Auch die Ukraine greift wichtige Industrien Russlands bis weit ins Hinterland in Notwehr an, obwohl Russland wahrlich genug Atomwaffen hat. Gleichzeitig drohte Russland mehrmals mit Atomschlägen nicht nur der Ukraine, sondern sogar den europäischen Unterstützern der Ukraine. Das sogenannte atomare Patt „Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter“ ist somit hinfällig, da Unvernunft die Abwehrphilosophie ausgehebelt hat. Ich würde mich freuen, wenn diese Überlegungen im taz lab ernsthaft diskutiert würden.
Auch die Beliebigkeit eines Atomwaffensperrvertrags durch Staatsführer mit amoralischem Charakter sollte Thema sein. Selbst Demokratien können durchgeknallte Führungskräfte offensichtlich nicht rechtzeitig stoppen, größtmöglichen Schaden anzurichten.
Klaus Zerkowski, Rothenburg/T.
Sport im Alltag
„Wenn Autos wichtiger sind als Frauen“,
wochentaz vom 18.–24. 4. 26
Meine Anmerkung gilt grundsätzlich jedem, der sich entscheidet, mit dem Sport anzufangen – egal wie schnell oder langsam. Für die meisten Läufer ist ein Halbmarathon etwas, auf das man gezielt trainieren muss; aus dem Stand heraus ist er in der Regel nicht zu bewältigen. Bei den Cut-off-Zeiten sollte man bedenken, dass es sich um einen sportlichen Wettkampf handelt und nicht ums Gehen. Gehpassagen zwischendurch sind völlig in Ordnung, aber auch dann sollte die Taktik insgesamt stimmen. Ansonsten gibt es ja auch noch Mammutmärsche, die – soweit ich weiß – ab etwa 30 Kilometern beginnen.
In vielen Beziehungen gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau, was die Care-Arbeit angeht. Trotzdem halte ich es für möglich, sich täglich etwa eine Stunde Zeit fürs Training zu nehmen. Meine Frau und ich haben diese Aufgaben – zumindest nach meinem Empfinden – gut aufgeteilt und beenden den Tag meist gemeinsam. Niklas Hellwig, Germering
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen