wortwechsel: Wer braucht denn Feiertage?
Die erfolgreiche Genesung der PatientInnen hängt im Krankenhaus von allerlei Faktoren ab. Leser und Leserinnen befürchten die Nichtbeachtung des Völkerrechts im Irankrieg
Kriegskosten
wochentaz vom 28. 3. – 3. 4. 26
Es ist wirklich unglaublich, wie sich auch bei der taz die Wertemaßstäbe verschieben und bei was allem weggesehen wird. Da wird ganzseitig abgewogen, ob der Preis nun höher gewesen wäre, den Krieg gegen den Iran nicht zu beginnen, oder ob der Preis des nun angezettelten Krieges vielleicht größer wird.
Kein Wort darüber, wer denn den Krieg angezettelt hat. Und dass dies ein eklatanter Bruch des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen war. Der Preis dieses Wegsehens ist in der Tat astronomisch. Das Völkerrecht spielt keine Rolle mehr. Wer es kann, darf selbstverständlich angreifen, wen er will.
Hans-Peter Piepho, Ostfildern
Gesundung
wochentaz vom 28. 3. – 3. 4. 25
Der Artikel zeigt, wie viele Aspekte in Krankenhäusern zur Genesung beitragen könnten und sollten. Das vorhandene Wissen ist beeindruckend, aber auf viele Spezialisten verteilt.
Ein wichtiger Aspekt fehlt auch in diesem Artikel: Die Wirkungen von niederfrequenten elektrischen Feldern und der gepulsten Hochfrequenzstrahlung. Die seit Langem kritisierten Grenzwerte berücksichtigen nur den Aspekt Erwärmung und nicht biologische Wirkungen auf Kreislauf, Gehirn, Schlaf und so weiter. Manches könnte man leicht verändern, ohne die übliche Versorgung einzuschränken: kein Handygebrauch, kein WLAN.
Heide Roaten, Bremen
Anthroposophie
wochentaz vom 28. 3. – 3. 4. 25
Danke für Ihren hochinteressanten Artikel zur Atmosphäre in Krankenhäusern. Was ich sehr vermisse: Seit Jahrzehnten sind die anthroposophischen Krankenhäuser in Farben, Formen und generell viel menschenfreundlicher gestaltet. Auch Farbtherapie war und ist gut erforscht und üblich. Über Rudolf Steiner mag man denken, was man für richtig erachtet. Aber er hat immer zuerst die Menschen gesehen.
Armin Kröning, Rheinland
Falsch eingeschätzt
„Ich würde weiterhin verweigern“,
wochentaz vom 28. 3. – 3. 4. 25
Ich hatte den Sänger Wolfgang Niedecken hinsichtlich seiner intellektuellen und politischen Ausstattung anders verortet. Mein Problem! Dass politische Inhalte in BAP-Songs den Weg ins Radio und in die Hitparaden verbauen, okay. Hat „was mit Karriereplänen“ zu tun.
Dass der Frontmann von BAP Kernkraftwerke lediglich wegen deren Endlagerproblematik ablehnt, kein Wort hingegen zur akuten Störfall- oder gar GAU-Problematik, zur unstreitigen Tatsache, dass Kernkraft die mit großem Abstand teuerste aller Energieformen ist, sowie zur katastrophalen Umgebungsproblematik des Uranabbaus verliert, hat bereits etwas mit intellektueller Trägheit zu tun. Der Gipfel jedoch: Er sagt, Bundeswehr müsse sein, er jedoch würde wieder verweigern. Dies trägt bereits uncharmant-doppelmoralische Züge.
Uwe E. Gablenz, Sulzfeld
Alles in Ordnung
„Ich würde weiterhin verweigern“,
wochentaz vom 28. 3. – 3. 4. 25
Danke für die ehrliche Antwort auf die Frage, wie Sie es heute mit der Bundeswehr halten, lieber Wolfgang Niedecken. Ich hatte schon die Befürchtung, mit mir stimmt etwas nicht, weil ich in den Chor der Campinos und Joschka Fischers nicht einfallen wollte, dass sie heute alle selbstverständlich nicht mehr verweigern, sondern natürlich selbstlos an die Waffen gingen.
Wenigstens wir zwei sind uns einig; in mir lebt ein kölsche Jung, dessen Opa den Blitzableiter auf dem Dom montiert hat.
Joerg Goy, Handewitt
Wettbewerbsnachteil
„Hausfrauen an die Lötkolben!“,
taz vom 30. 3. 26
Die Arroganz unserer sogenannten Leistungsträger, siehe Armin Papperger, ist nicht nur in der Rüstungsindustrie ein erschreckender Wettbewerbsnachteil. Wir sehen es in der Automobilindustrie, die am Bedarf vorbei die Straßen verstopfende SUV in Massen produziert. Wohl wissend, dass die Erde nicht wächst.
Wir sehen es bei den Energiekonzernen, die das Potenzial von Vernetzung kleiner und kleinster Anlagen (Balkon) völlig verpennt haben und stattdessen auf leicht zerstörbare Großanlagen setzen, die uns von Importen abhängig machen. Für Rendite machen Wirtschaftsdespoten uns abhängig von machtgeilen Despoten. Die Macht eines freiheitsliebenden Volkes, wie des der Ukraine, wird unterschätzt, wie es der russische Zar mit seinen oligarchischen Lakaien getan hat.
Michael W. N. auf taz.de
Profite
„Hausfrauen an die Lötkolben!“,
taz vom 30. 3. 26
Der Rheinmetall-Chef Armin Papperger muss die Produktion von günstigen Waffen ins Lächerliche ziehen, weil das Geschäftsmodell von Rheinmetall bedroht ist. Rheinmetall lebt davon, extrem teure Waffen an Staaten zu verkaufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Waffen das Geld auch wert sind, weil vor allem die deutsche Politik nach der Regel „Teuer ist gut“ einkauft.
Jetzt zeigen die laufenden Kriege täglich, dass man mit Verstand und wenig Geld die teuren Luxuswaffen verhältnismäßig leicht bedrohen und sogar ausschalten kann. Also muss Arnim Papperger etwas unternehmen. Schließlich versucht er gerade, dem Bund Drohnen aufzuschwatzen, die das Zigfache der Drohnen ukrainischer Hausfrauen kosten, aber den gleichen Zweck erfüllen. Er handelt also als Rüstungs- und Todesprofiteur logisch.
Übrigens: Die ukrainischen Drohnen wären noch günstiger, wenn sie mit modernen Mitteln hergestellt würden. Die Werkstatt am Küchentisch ist natürlich nur eine kriegsbedingte Einschränkung.
warum_denkt_keiner_nach? auf taz.de
Meinungsbeitrag
„Weltretten – jetzt seid ihr dran!“,
taz vom 26. 3. 26
Mit großem Bedauern haben wir gelesen, dass Herr Pötter seine Kolumne einstellt; wir haben seine geistreichen und oft witzigen Texte immer gerne gelesen, sie werden uns fehlen, das Weltretten wird jetzt noch etwas trockener werden.
Die Artikel der übrigen Autoren, die zu Umweltthemen schreiben, sind leider oft oberflächlich, uninspiriert und unkritisch.
Sigrid und Rainer Schmitt, Pappelborn
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