: wohin heute Lieder aus dem Sattel
Tuva, Steppenland. Eingespannt zwischen Sibirien und der Mongolei. Wichtiger Exportartikel: Kehlkopfgesang. Diese bezaubernde Form von Physik, bei der ein Sänger allein durch das geschickte Sortieren der Obertöne bis zu drei Tönen gleichzeitig erzeugen kann. Manchmal glückt einem Ähnliches beim intensiven Gurgeln nach dem Zähneputzen, aber die vier von Huun-Huur-Tu können das viel besser. Schöner noch, dass sie daraus keine artistische Zirkusnummer machen. Gut. Die Bühnenkleidung mit den prachtvollen Gewändern mag ein Zugeständnis fürs Folkloremuseum sein, das man zwischen den hiesigen Autobahnen gern mal besucht. Wenn aber die wehmütigen steppenstreichelnden Melodien angestimmt werden, möchte man auch gleich sein Pferd satteln. Und mitreiten. Vormoderne Rückzugsromantik? In Tuva wenigstens kommt man mit Pferd immer noch am weitesten.
Kesselhaus, Donnerstag 21 Uhr
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