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wie geht’s – muss! Alle Wege führen nach Rom. Und dann?

Taz lab Redakteur Moritz war auf dem International Journalism Festival in Italien. In der taz lab Kolumne #13 berichtet er davon, wie schwierig es war, sich in Rom durch die Menschenmenge zu schieben.

Will man sich durch die Ströme des Massentourismus schieben? Foto: pixabay

Rom also. Ein Zwischenstopp auf dem Weg zum International Journalism Festival, das zwei Stunden nördlich des einstigen Zentrums der Welt, in Perugia, stattfindet. Wenn man schon mal hier ist: Forum Romanum, Kolosseum, Pantheon – die Klassiker. Muss man gesehen haben.

Kaum angekommen, drängt sich eine andere Frage auf – will man das wirklich? Sich durch die Ströme des Massentourismus schieben, zwischen Selfiesticks, Souvenirbuden und Aperol to go für 5 Euro? Im historischen Zentrum jedenfalls wird schnell klar, für die Rö­me­r*in­nen der Gegenwart ist hier kaum noch Platz.

Wie bewegt man sich in einer Stadt, in der Bewegung selbst zur Herausforderung wird, weil man sich durch das Gedrängte schiebt wie ein Bus der BVG? Die Antwort: gegen die Zeit arbeiten.

Rom in der Welt

Eine halbe Stunde später stehe ich im MAXXI, dem von Zaha Hadid entworfenen Museum für zeitgenössische Kunst mit Platz und Luft – und einer tollen Ausstellung. „Rome in the World“ verortet die Stadt im Vergleich zu anderen Metropolen entlang von Ressourcen, Mobilität, Nachhaltigkeit und demografischem Wandel.

Ein Detail bleibt hängen: Rom zählt 75 Metrostationen auf 59 Kilometern Strecke. Berlin kommt auf 170 Stationen und 145 Kilometer. In Rom dauert der Weg zur Arbeit im Schnitt 74 Minuten. Viele sind aufs Auto angewiesen – und stehen im Stau.

Also, wenn Sie das nächste Mal in der Berliner U-Bahn stehen und ein genervtes „Muss“ auf die Frage „Wie geht’s?“ folgt: Freuen Sie sich lieber über die tägliche 45-minütige BVG-Dosis.

So halten wir es auch auf dem täglichen Weg von unserer Unterkunft bei Perugia zum Festival – vier Tage lang, zwischen Debatten, Panels und Espresso. Und kehren, so viel sei versprochen, mit neuen Perspektiven zurück zum taz lab.