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unterm strich

Protest einer israelischen Fashionmarke zur Lage in Gaza

Die israelische Modekette Comme il faut postete auf ihren sozialen Medien mehrere Fotos, die schwarz gekleidete israelische Kö­ch:in­nen­ mit leeren Töpfen vor schwarzem Hintergrund zeigen. Dazu der Schriftzug „Dem Hunger Widerstand leisten“ auf Englisch, Arabisch und Hebräisch. Es ist der erste Protest eines israelisch geführten Unternehmens. Auf der Website schreibt die Modekette: „Wir fordern, das Aushungern in Gaza zu stoppen – das auch die Geiseln einschließt.“ Neben viel Zuspruch gab es auch heftige Kritik, etwa dass mit der Kampagne das Leid von Is­rae­li­s übergangen werde.

Metropolitan-Opernhaus in New York geht Werbe-Partnerschaft mit Saudi Arabien ein

Um finanzielle Schwierigkeiten abzufedern, schloss die Metropolitan Opera in New York ein Abkommen mit dem Königreich Saudi-Arabien. Nach der Coronapandemie wurden die Verluste der Met im dreistelligen Millionenbereich geschätzt. Der Sponsoringdeal mit den autokratischen Scheichs soll dem renommierten Opernhaus nun nach Schätzungen der New York Times mehr als 100 Millionen US-Dollar einbringen. Teil des Sponsorings ist ein jährliches dreiwöchiges Gastspiel der hauseigenen Kompagnie in der Hauptstadt Riad. Zudem sollen saudische Sänger, Komponistinnen, Regisseure und Bühnenbildnerinnen an der Met ausgebildet werden. Generaldirektor Peter Gelb sagte der Times, dass durch die Vereinbarung ein wesentlicher Teil des Finanzbedarfs bis mindestens 2032 gedeckt werde. Trotz der Menschenrechtsverletzungen Saudi-Arabiens sei Gelb positiv gestimmt über den kulturellen Austausch und glaube an den Reformwillen im Königreich.

Marcia Schuback erhält Hermann-Kesten-Preis

Die brasilianisch-schwedische Philosophin und Autorin Marcia Sá Cavalcante Schuback erhält den Hermann-Kesten-Preis 2025 der Schriftstellervereinigung PEN Deutschland. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich besonders für verfolgte und inhaftierte Autoren einsetzen und ist mit 20.000 Euro dotiert, die das Hessische Kulturministerium stiftet. Schubacks Werk richte sich gegen „die subtilen und gefährlichen Erscheinungsformen des neuen Faschismus.“, würdigte PEN-Vizepräsident Najem Wali. „Ihre Schriften zu den Mechanismen politischer Manipulation sind von brennender Aktualität.“ Marcia Sá Cavalcante Schuback, 1957 in Rio de Janeiro geboren, lehrte als Professorin für Philosophie an der Universität Stockholm. Sie übersetzte Werke Heideggers, Hölderlins und Valérys ins Portugiesische und schrieb in zahlreichen Büchern über Machtinstrumente in demokratischen Diskursen.

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