unterm strich:
Neil Young möchte seine „Love Earth“-Tour in der Ukraine statt in Schweden eröffnen. Auf seiner Webseite kündigt der kanadische Folkrockstar ein „kostenloses Konzert für alle“ an. Damit reiht er sich in die weltweiten Solidaritätsbekundungen für die Ukraine ein, nachdem das Treffen von Trump und Selenskyj Ende letzter Woche zum Eklat führte. Ursprünglich sollte die Tournee des Sängers und seiner Band The Chrome Hearts am 18. Juni im schwedischen Rättvik starten. Auf seiner Webseite steht für das Ukraine-Konzert noch kein fester Termin, dafür aber der Kommentar: „Keep on Rockin’ in the FREE WORLD“ („Rockt weiter in der freien Welt“). Das ist nicht nur als Anspielung auf sein Lied „Rockin’ in the Free World“ zu lesen, sondern auch als Kritik an Trumps Politik. Dafür ist der „Godfather of Grunge“ bereits seit der ersten Trump-Legislatur bekannt: So hatte er dem erneuten Präsidenten mehrmals die Nutzung seiner Songs untersagt. Auch erlangte der 70-Jährige im Januar 2020 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, um bei der Präsidentschaftswahl im selben Jahr gegen Trump stimmen zu dürfen. In einem offenen Brief bezeichnete er Trump als „Schande für mein Land“.
Am 7. März ist Equal Pay Day, von einem gleichberechtigten Einkommen für Männer und Frauen ist die Kulturbranche aber weit entfernt. Hier ist der Gender Pay Gap weiter angestiegen, seit 2022 um ein Prozent. Über die Künstlersozialkasse (KSK) versicherte Frauen verdienen damit 25 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, wie der jährliche Bericht der KSK zeigt. In der Berufsgruppe Musik, die auch das niedrigste freiberufliche Einkommen verzeichnet, ist der Anstieg mit 3 Prozent am höchsten. Komponist*innen und Librettist*innen etwa verdienen nur circa die Hälfte des Einkommens der Männer. Der höchste Gender Pay Gap findet sich mit 34 Prozent in der Berufsgruppe darstellende Kunst und Film. Die Gewerkschaft Verdi fordert Tarifverträge und Basishonorare als Mindeststandards für die freiberuflichen Künstler*innen, die oft von Armut bedroht sind. Frauen besonders.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen