tazpanter-workshop: In den Abendnachrichten von Banjul
Die taz-Kantine war mit 50 Zuhörer:innen beim Afrika-Talk am 24. September voll, rund 1.600 Menschen schauten sich danach das YouTube-Video an. Ganz okay, fanden die beteiligten tazler:innen. Aber vielleicht fehlt es uns an Ambition.
Die Teilnehmer:innen des 5. panter-Afrika-Workshops jedenfalls, die an diesem Abend ihr gemeinsam produziertes Magazin vorstellten, sind reichweitenmäßig in ganz anderen Sphären unterwegs.
Das Video des mauretanischen Kollegen Saleck Zaid vom ersten Workshop-Tag im taz-Konferenzraum etwa sahen sich 84.000 Menschen an, seinen Auftritt beim panter-Talk 21.000. QTV, der Sender der gambischen Journalistin Lolly Camara, baute den Talk gleich in die Abendnachrichten ein – wegen der Zeitverschiebung war ihr Beitrag rechtzeitig in Banjul. „Einige Hunderttausend“ werden den in die lokalen Sprachen Maninka, Wolof und Fula übersetzten Bericht gesehen haben, schätzte Camara. Auch in Nigeria, Malawi, Uganda und Äthiopien machte der taz-Workshop dank der teils sechsstelligen Followerschaft einiger der afrikanischen Kolleg:innen die Runde.
In Sachen Social Media ließ sich also einiges von ihnen lernen. In Sachen positiv denken auch.
Als die Teilnehmer:innen am zweiten Abend von der Berliner Abgeordnetenhauswahl erfuhren, blickten sie ungläubig aus den Fenstern des Kreuzberger Restaurants. „Alles ruhig“, „gar keine Soldaten auf der Straße“, wunderten sich einige und lobten die Stabilität und demokratische Kultur, die sich für sie darin zeigte. So kann man das natürlich auch sehen.
Vor allem aber ließ sich von den Teilnehmer:innen lernen, dass auch Afrika heute die Wahl hat. Fünf Monate lang, von April bis September zunächst in Zoom-Talks, hatte die Gruppe bei dem vom Auswärtigen Amt und von der panterstiftung finanzierten Workshop über die Frage diskutiert, welche Chancen und Risiken eine Welt birgt, in der sich die Konkurrenz der Weltmächte um Afrika verstärkt – und welche Rolle Europas sie sich darin wünschen. Zum Abschluss reisten sie elf Tage nach Berlin und Brüssel.
Diese Erfahrung können sie nun mit einer anderen vergleichen. Denn wie sich herausstellte, war ein großer Teil von ihnen in der Vergangenheit schon zu Journalist:innen-Workshop nach China eingeladen worden. Christian Jakob
Das beim Workshop entstandene 64-seitige Magazin „transcontinental“ können Sie kostenlos per Mail an stiftung@taz.de bestellen.
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