taz lab 2026 – das Team : Andere Perspektiven aushalten?
Jetzt mal Tacheles! So lautet das Motto des diesjährigen taz lab, versehen mit der knappen Unterzeile „liebevoll & rabiat“. Am 25. April steigt der taz-Kongress, wieder rund ums taz Haus in Berlin.
Wir erinnern uns – gerne – an das letzte taz lab: Full house, alle Technik klappte, das Wetter war von klarstem Sonnenschein, wenn auch am Morgen noch sehr schattig kühl. Seitdem, im Laufe der vergangenen Monate, haben wir einige Menschen getroffen. Und was sagten diese, unsere taz-lab-Besucher?
War alles prima und schön, aber wäre es nicht – es fielen dann die Stichworte Trump, AfD und Klimakastastrophe – auch die Gelegenheit gewesen, mal darüber zu reden, was wir, sozusagen die progressiven Kräfte, dazu beigetragen haben könnten, dass sich die politische Lage wie Disruption und Dystopie buchstabiert?
Mehr Selbstreflektion
Also statt wie so oft „Asche auf unsere Häupter“ zu streuen oder auf „die Rechten im Bunde mit dem, Silicon Valley, ganz fies und gemein“ zu verweisen, verantwortungsvoll ein paar Überlegungen zu äußern: Was tragen wir selbst, allen guten bis besten Absichten zum Trotz, dazu bei, dass uns nicht genügend Leute mögen?
Wir bekennen: Jene Testimonials der taz-Menschen kamen nicht allein aus Berlin, sondern auch aus Osnabrück, Traunstein, Lörrach und Hamburg. Alle einte die Sorge, dass die ökologische Linke, also auch die taz, durch den Verzicht auf Selbstreflexion nur noch weiter zur Marginalisierung unserer politischen Ideen beiträgt.
So kamen wir auf dieses Motto: Jetzt mal Tacheles – liebevoll & rabiat. Wir wagen, was wir als taz lab-Team tatsächlich ein wenig vernachlässigt haben. Streit nämlich, Auseinandersetzung und Diskurs. Und so finden wir: Halten wir es so.
Mehr Debatte wagen!
Der große taz-Kongress, den wir immer im April ausrichten, einst im Haus der Kulturen der Welt, seit 2019 im neuen taz Haus an der Friedrichstraße 21 in Berlin, war immer ein Forum nicht allein des einvernehmlichen Austausches, des Kennenlernens von Politiker*innen und Künstler*innen, sondern eben auch der manchmal ungemütlichen Debatte.
Und warum? Weil dies von der taz aus – ganz allgemein gesprochen – verlangt werden darf. Wir sind die linke Tageszeitung, in welcher der Meinungsstreit gepflegt wird, Pluralität – und damit das Aushalten verschiedener Perspektiven, die häufig nicht auf einen Nenner zu bringen sind.
taz lab 2026 – das heißt, ernsthaft zu erörtern, was dieses Linke eigentlich sein kann? Reden wir also Tacheles, um dieses schöne deutsche, aus dem Jiddischen eingewanderte Wort zu nutzen. Oder um es neudeutsch, arabischstämmig zu sagen: Yalla! Fangen wir an, fürchten wir uns nicht.
Was im Fokus steht
Fragen, die garantiert im Fokus stehen können: Wem gelten unsere Solidaritäten? Was ist eigentlich ‚links‘? Müssen die Grünen linker werden und oder lebenstauglicher? Wie soll eine Welt beschaffen sein, die nicht vom neoimperialen Gestus (und nicht nur diesen) der US-amerikanischen Regierungsmacht abhängig ist?
Und wie hält man es mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine? Eher pazifistisch, wehrhaft, ja waffenfähig – auch aus linken Horizonten? Mehr noch: Wie geht moderne Klimapolitik von unten, wenn sie sich nicht in Militanz mit Straßenklebereien erschöpfen will?
Das neue taz lab-Team ist weitgehend ein eingespieltes, Sie sehen es, ihr seht es auf dem Bild, aufgenommen im Panoramaraum des neuen taz-Hauses. Dort, wo unser Team bis Ende April Themen ausbrütet und sich Personen dazu ausdenkt.
Ideen parat, die Sie, die ihr uns schreiben wollt? tazlab@taz.de. Wir nehmen alles und alle ernst – sonst wären wir ja kein taz lab.
Herzlich willkommen in unserer Planungswelt, wir freuen uns auf Sie!