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taz🐾lage„Taz! Das sind die Schlimmsten!“

Nachdem unser Spanien-Korrespondent in der Montagsausgabe an dieser Stelle den Shitstorm von rechts auf seine Berichterstattung über die Mietenproteste in Spanien geteilt hatte, schließen wir hier gleich mal noch eine Episode an: 50 Zeilen Hass und was wir ihm entgegensetzen. Fortsetzung, fürchten wir, folgt.

Heute: Schauplatz Berlin. „Die taz! Das sind die Schlimmsten!“, brüllte mir neulich ein Coronaleugner auf der Straße entgegen. Ich war bei den Omas gegen rechts stehen geblieben, um ihnen zu sagen, wie groß­artig ich es finde, dass sie im Rentenalter auf die Straße gehen und sich für Demokratie und gegen Rechtsex­tremismus einsetzen. Nach wie vor demonstrieren in Berlin aber auch ein paar letzte Übriggebliebene gegen die angebliche Unterdrückungsdiktatur in Deutschland und deren Maßnahmen in der Pandemie.

Da kommt ein älterer Mann auf dem E-Bike an und pöbelt aggressiv auf die engagierten Frauen ein. Als ich mich einmische, ernte ich ein lautstarkes: „Was willst du denn? Bei dir weiß ich ja noch nicht mal ob du Mann oder Frau bist!“ Huch, der wütende „alte weiße Mann“, wie die Omas ihn nennen, ist mit Beleidigungen aber schnell am Start. Die Diskussion wird immer hitziger. Dann fragt er mich, was ich denn überhaupt beruflich mache. Ich bin Journalistin und schreibe für die taz. Das passt in sein Feindbild: „Lügenpresse.“

Traurig, denke ich, dass es so wütende Menschen in diesem Land gibt, die lieber an Verschwörungstheorien glauben. Gut, denke ich mir, dass ich dem qua Jobprofil etwas entgegensetzen darf. (dam)