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taz🐾lage„Vielleicht doch mal den Hausmeister anrufen?“

Es roch einfach nicht gut, morgens um 9 Uhr im dritten Stock des taz-Redaktionsgebäudes. „Vielleicht ein Aschenbecher, der brennt?“, vermutete eine Kollegin. Die Autorin dieser Zeilen, die zunächst noch ganz angetan gewesen war („Hat jemand gelüftet? Riecht so gut nach Winterluft und Kohlenheizung!“) wurde ebenfalls zunehmend skeptisch. Um 9.15 Uhr tippte auch sie auf angekokelte Filterzigaretten. Ein Kollege meinte bereits, zarte Nebelschwaden vor seinen Augen durch den Raum ziehen zu sehen.

„Vielleicht doch mal den Hausmeister anrufen?“, fragte die Kollegin, riss die Balkontür auf und griff zum Hörer. Der Hausmeister versprach, sich zu kümmern. Dann wurde es Zeit für die morgendliche Redaktionskonferenz. Noch war niemand an einer akuten Rauchvergiftung gestorben.

Im ersten Stock, wo sich morgens um 10 Uhr die Redaktion versammelt, roch es ebenfalls nicht gut. Doch bevor man herausfinden konnte, in welchem Stockwerk es am schlimmsten stank, warf eine Kollegin den nüchternen Satz in die Runde: „Na, das ist doch die Küche, die grillt Merguez.“ Und tatsächlich: Die taz-Kantine hatte Grillwürstchen auf die Speisekarte gesetzt, deren Ausdünstungen nun durch die Lüftungsanlage durchs Haus zogen. Die scharf gewürzten Bratwürste sollen übrigens – wenn der Geruch auch anderes hatte vermuten lassen – ohne Plastikverpackung gegrillt worden sein und gut geschmeckt haben.

Wie viele von ihnen noch verkauft wurden, nachdem die Belegschaft sie schon vor dem ersten Kaffee in der Nase hatte, ist nicht bekannt. Die Autorin dieser Zeilen hat Kartoffeln gegessen. (akl)

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