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taz🐾lageZeit für die langen Geschichten – mit IJP-Stipendium in Israel

Ortsmarken: Netanja, Tel Aviv. Oder auf der Straße vor einem Checkpoint, der von Israel ins besetzte Westjordanland führt. Das ist eher ungewöhnlich für die Texte einer taz-Redakteurin aus dem Inlandsressort. Außer, diese Kollegin ist gerade für zwei ­Monate als IJP-Fellow in Israel – so wie ich.

Seit gut 40 Jahren ermöglichen die internationalen Journalistenprogramme es Jour­na­lis­t*in­nen aus vielen Teilen der Welt, für einige Zeit in deutsche Redaktionen hineinzuschnuppern – und deutschen Kolleg*innen, sich im Gegenzug in einem von etwa 50 Ländern an der Auslandsberichterstattung zu probieren. Und so habe ich für zwei Monate den Berliner Winter gegen die Sonne in Tel Aviv und die Redaktion der taz gegen die von Haaretz eingetauscht.

So schön aber die Sonne, so komplex ist die Lage im Land. Es ist kein Krieg mehr, aber auch lange noch kein Frieden. An jeder Straßenecke erinnern Banner, und Sticker an die Ermordeten und Entführten des 7. Oktober. Man biegt um die Ecke und steht plötzlich vor den Ruinen der Häuser, die im Juni von iranischen Raketen getroffen wurden. Gleichzeitig liegt das gerade mal 80 Kilometer entfernte Gaza in Trümmern, eskaliert im besetzten Westjordanland die Gewalt durch radikale ­Siedler, kämpfen Menschen gegen den Angriff auf ihre Demokratie durch die rechtsextreme Regierung.

Zu berichten gibt es also genug. Und, dank des Stipendiums, die Möglichkeit, mal aus dem Hamsterrad der daily News zu hüpfen und die Geschichten zu machen, für die sonst oft die Zeit fehlt. Aber dann blinzelt man zweimal, und die Zeit ist um. Berliner Winter und taz, you have me back! Dinah Riese

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