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taz🐾lageHellwach um 7.19 Uhr

„Starke Explosionen in Venezuelas Hauptstadt Caracas zu hören“, berichtete am Samstag früh um 7.19 Uhr ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Nachdem die USA schon in den vergangenen Wochen ohne Rücksicht auf Menschenleben gegen Boote und Tanker aus Venezuela vorgegangen waren, bedurfte es keiner großen intellektuellen Anstrengungen, um „Explosionen“ in mindestens „Sabotage“ oder gleich in „Angriff“ zu übersetzen. Die einzige Voraussetzung war, an einem freien Samstag wach zu sein und das Weltgeschehen zu beobachten.

Anfangs diskutierten die Kol­le­g*in­nen aus der Regie, zuständig für taz.de, und von tazeins, zuständig für die Topthemen im ePaper, noch zu dritt, bald zu viert: wie die Lage einzuschätzen sei, und wen man zum Schreiben mobilisieren könnte. Wir blieben aber nicht lange im kleinen Kreis, die taz-Maschine war längst angelaufen, und im Lauf des Vormittages meldeten sich weitere Kolleginnen und Kollegen, ganz ohne Dienst zu haben, und alle zusammen stemmten ein journalistisches Online-Programm zu Venezuela, von dem wir noch vor kurzer Zeit nur hätten träumen können.

Seit Oktober verzichten wir auf den Druck der werktäglichen taz und konzentrieren uns, in gewohnter Qualität, auf die digitale Tagesausgabe. Für uns bedeutet das zugleich, online auf taz.de und auf den Social-Media-Kanälen noch präsenter sein zu wollen. Wir können mit dem taz-Blick auf die Welt nicht auf die nächste digitale Ausgabe warten.

taz kann Krise auf allen Kanälen. Das wissen wir jetzt. Das haben die Kolleginnen und Kollegen am Samstag bewiesen. Großartig.

Barbara Junge

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