taz🐾lage:
Mikrokosmos
Jede Redaktion ist ein Mikrokosmos. Mal schrullig, mal steif, auf jeden Fall immer in Bewegung. Ab heute tauche ich mit ein in den taz-Kosmos, der für mich noch frisch und unbekannt ist. Als freie Auslandskorrespondentin werde ich ab September mit Sitz im Senegal über Westafrika berichten. Eine Region im Umbruch, in der Journalismus immer schwieriger wird und Medienfreiheit immer begrenzter, aber wohl auch gerade deshalb umso wichtiger. Als freie Journalistin, die in den vergangenen vier Jahren hauptsächlich in Ostafrika herumgesprungen ist, sind mir die Herausforderungen des Jobs nicht unbekannt. Da geht es nicht nur um Pressevisa, Sicherheitsfragen und mauernde Interviewpartner, sondern auch um den Alltag, der manchmal wilder ausfällt, als einem lieb ist: Stromausfall, Naturkatastrophen, Krankheiten, die einmal die Eingeweide auf links drehen. Aber auch die täglichen Überraschungen, die Einstellungen, Lösungsansätze, die so ganz anders sind, das Schöne, das nie aufhört zu faszinieren.
Eine Achterbahn, die künftig mit der taz bestritten wird. Und dafür bin ich dankbar, denn eine Redaktion im Rücken zu haben, mit der Absprachen möglich sind, echte Menschen, mit denen gemeinsam Pläne geschmiedet werden, das ist unfassbar wertvoll. Nicht mehr viele Medien leisten sich ein Netz von Korrespondent*innen vor Ort. Ich freue mich jedenfalls, künftig meinen Senf dazuzugeben. In diesem eigenen taz-Mikrokosmos.
Helena Kreiensiek
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