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taz🐾lage

Kupferdiebe vor Zittau

Bahnhof Zoo bis Cottbus. Cottbus bis Zittau. Drei Stunden, fünfzehn Minuten, Deutschlandticket, chillig! Dachte ich, als ich zur Vorbereitung auf meine Reise nach Zittau den Bahn-Navigator checkte. Einen Monat verbringe ich in der 30.000-Einwohner-Stadt, als Teil des tazost-Projekts „Was auf dem Spiel steht“. Ich will herausfinden, was die Menschen in Zittau beschäftigt, trennt, verbindet.

Aus geschmeidigen drei Stunden, 15 Minuten wurden dann sechs, der genaue Fahrtverlauf würde mich hier zu viele wertvolle Zeilen kosten, kurz vor Schluss gab es jedenfalls Applaus für den Fahrer des Schienenersatzverkehrsbusses, Menschen fielen sich in die Arme. Mein neuer Kollege Andreas Herrmann vom freien Zittauer Radio Zett, wo ich von nun an einen Arbeitsplatz habe, winkt nur müde ab, als ich zu meiner Anreisestory ansetzen will. „Das sind die Kupferdiebe“, sagt er und bietet mir an, mich zu all meinen künftigen Terminen außerhalb der Stadt mit dem Auto zu fahren. Meine erste Abendveranstaltung erreiche ich allerdings zu Fuß, ich folge einfach den „Spaziergängern“ unter meinem Fenster in die Stadt hinein. Jeden zweiten Montag versammeln sich auf dem Marktplatz hunderte Anhänger rechter Parteien zur „Montagsdemonstration“, auf der anderen Seite des Rathauses steht ihnen das Bündnis „Zittau ist bunt“ gegenüber. Mit Letzteren verbringe ich den Abend. In zwei Wochen sehen wir uns wieder.

Leonie Gubela

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