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taz🐾lage

Wenig beliebt, aber wichtig

Wohl jeder Beruf auf der Welt bringt es mit sich, mit Wiederkehrendem konfrontiert zu sein. Auch wenn der Bäcker vielleicht jeden Tag gerne eine neue Torte kreieren würde, bestimmen Klassiker wie die Schrippe sein tägliches Tun. Ähnlich der Journalistenberuf: Hier ist es das Neue, Ungewohnte, das speziellen Reiz ausübt. Aktuell beispielsweise mit Neukaledonien.

Nicht selten ist man aber auch hier mit Themen konfrontiert, die man als Nachrichtenmensch schon zigmal gelesen hat, die auf den ersten Blick wenig Neues erzählen – und trotzdem immer wieder aufkommen. Die Schrippenthemen sozusagen. Ein Beispiel dafür ist die Wohnungsnot in Deutschland. Seit Jahren berichten Medien wie die taz ausführlich über diese Misere. Welche Neubauziele wurden nun schon wieder verfehlt? Und wie sehr diesmal: stark oder exorbitant?

Auch wir als Redaktion stehen dann vor der Frage: Machen wir das Thema groß auf der Seite 3 oder weniger prominent im Inland? Entweder also einen Schwerpunkt setzen, um an die Dringlichkeit des Problems zu erinnern. Oder nicht, weil vielleicht sogar mancher Leser des Themas leicht überdrüssig ist.

Am Donnerstag hat sich die Wohnungsnot unter anderem gegen die UK-Wahl und Nahost durchgesetzt. Auch, weil eigentlich alle wissen: Ja, das Problem ist nicht neu, aber es ist nach wie vor riesig. Und es betrifft viele Menschen (das gilt übrigens auch für andere Großthemen, Klima und Migration etwa). Torte gibt’s auch wieder – an ­einem anderen Tag.

Daniel Godeck

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen