: "Das offene Bild"
„Das offene Bild“ heißt eine Ausstellung, die im Westfälischen Landesmuseum Münster zu sehen gewesen war und am 8. April im Museum der bildenden Künste Leipzig eröffnet wird. Es ist wohl die größte ThemenAusstellung, die zur Zeit unterwegs ist, umfangreich, nahezu enzyklopädisch, aber erstaunlicher Weise nicht drückend, nicht gigantisch: gewissermaßen schlendernd zu besehen. Thema ist das offene Kunstwerk, sofern es ein Bild ist oder sich daran anlehnt, im Europa nach 1945. Indem die amerikanische Moderne – die verfeinerte Innerlichkeit des „Abstrakten Expressionismus“ – ausgespart ist, wird das europäische Sentiment deutlich, das stark ideologisch gefärbt ist. Das Bild erscheint als Feind des Künstlers, der Künstlerin, als Form, die es zu brechen, zu besiegen gilt: Lucio Fontanas aufgeschlitztes „Concetto spaziale, Attesa“ von 1959 ist ein paradigmatisches Bild, in dem Maß, wie es gerade noch eins ist. Überraschend wird die Ausstellung dort, wo Objekte durch das Thema der Schau als Bilder gedeutet werden: die gekreuzten Bambusstäbe von Daniel Deuzeuze (von 1972) und die ganz neuen, vierbeinigen Quadrate von Marie Bourget, die wie mit der Fliegenklatsche erwischte Stühlchen auf der Wand sitzen. Plötzlich ist „das Bild“ als Referenz kein Problem mehr. Sondern eben nur noch Referenz. (Bis 31.5.) uez
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