momentaufnahmen: Wenn nicht nur das Publikum seinen Spaß hat
Den ganzen Nachmittag regnet es in Strömen, aber das trübt die Stimmung beim Blue Moon Festival in Cottbus nicht. Der brachiale Sound, der hier im ehemaligen Strombad am Spreeufer gespielt wird – Stoner, Doom und pychedelischer Rock –, klingt eh nicht nach Sonnenschein. Und so schwingen Hunderte unverdrossen ihre nassen Köpfe im langsamen Takt der Musik.
Die Fete nimmt weiter an Fahrt auf, als der Himmel abends Erbarmen zeigt. Die unzähligen Fassbiere, die bis dahin über den Tresen gegangen sind, haben sicherlich auch Anteil an dieser Formkurve. Bei der finnischen Band Skyjoggers bricht sich die Energie dann als Moshpit Bahn. Die beiden Frontleute an Bass und Gitarre geben alles, um das Geschubse anzufeuern. Ein Bierschwall landet auf Rücken und Turnbeutel des Vordermanns. Egal.
Cottbus
95.100 Einwohner*innen.
Musikalisch hat sich die Stadt in der Niederlausitz auch mit der Band Sandow, die sich hier 1982 im gleichnamigen Ortsteil gegründet hat, in die Popgeschichte eingeschrieben. Ihr Hit: „Born in the G.D.R.“ mit der schönen Textzeile „Wir können bis an unsere Grenzen geh’n“.
Später, am Tischkicker, stößt ein neuer Mitspieler dazu. Den einen ist er unbekannt, andere sind begeistert. „Mann, ihr habt so abgerissen vorhin!“ Da müssen die Ahnungslosen doch mal fragen, wer er denn sei. Ach so, krass, bei Skyjoggers? Wir haben dich gar nicht gesehen! „Ich bin der Schlagzeuger“, sagt er, sicher nicht zum ersten Mal. Hanno Fleckenstein
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