meinungsstark:
Nächste Generation
„Die Nicht-Wähler vom Sofa holen“,
wochentaz vom 10. – 16. 10. 26
Ich bin Brasilianer und bin unglücklich über den Rechtsruck in Brasilien. Die Alternative, die Brasilien derzeit bleibt, ist, einen 81-jährigen Mann zum Präsidenten zu wählen. Lula hat viel für die Menschen im Land getan. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man Verantwortung an die nächste Generation übergeben muss.
Wir alle sind ersetzbar. Deshalb ist es mir unverständlich, dass es die PT offenbar nicht für notwendig gehalten hat, rechtzeitig einen Nachfolger für Lula aufzubauen. Eine Partei sollte nicht so sehr von einer einzelnen Person abhängig sein, sondern in der Lage sein, eine überzeugende politische Alternative für die Zukunft anzubieten.
Bruno Jirkovsky, Pinneberg
Starkes Zeichen
wochentaz vom 2. – 9. 10. 26
Selten hat mich ein Interview so beeindruckt wie das mit Jörg Begler. Seine Klarheit und Selbstreflexion, mit welchem Tiefgang und inneren Reife er spricht, das nötigt mir großen Respekt ab. Sich mit seinem Lebens- (teilweise auch Leidens-)Weg als homosexueller Mensch öffentlich auseinanderzusetzen, erfordert beträchtlichen Mut, zumal in der heutigen gesellschaftlichen Situation. Denn wir stecken ja offensichtlich in einem Kulturkampf: die Abwertung von Migration, das Misstrauen gegen Gleichstellung, eine zunehmende Queerfeindlichkeit sind tagtäglich zu erleben.
Wenn Menschen wegen ihrer Identität bedroht werden, muss eine aufgeklärte Gesellschaft Flagge zeigen. Mit diesem Interview setzen die taz und vor allem Jörg Begler ein starkes Zeichen gegen lähmende Ohnmacht und Resignation. Denn Vielfalt gehört zu unserem Leben. Herrn Begler wie auch der Interviewerin möchte ich herzlich danken!
Alois Bauer, Bingen
Verantwortung übernehmen
„Zeit der Werwölfe in Sachsen-Anhalt“
wochentaz vom 10. – 16. 10. 26
Magdeburg hat gezeigt: Die AfD ist an der Macht, und die CDU hilft dabei. Das „Pingpongspiel“ von Links- und Rechtsextremismus ist keine Lösung. Die Macht der Parteiendemokratie mit extremen „Feindbildern“ zu bepflastern, beantwortet das Wahlvolk an der Wahlurne, wählt die AfD.
Wer regiert, trägt Verantwortung, wer Milliarden ins „Sondervermögen“ packt und die Infrastruktur und den Sozialstaat als Ballast entsorgt, hat den Bundeseid, zum Wohle des ganzen Volkes zu regieren und zu handeln, verraten und verkauft. Politischer Konservatismus der CDU hat keine Visionen für die Zukunft und verweigert die notwendig sozial ausgewogene Lösungen, spart den „Staat mit seinem einzigen Volk weiter kaputt“.
Thomas Bartsch Hauschild Hamburg
Schlimmer als
„Die CDU ist nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt“
wochentaz vom 2. – 9. 10. 26
Schlimmer als Kemmerich? Nein, wenn schon, dann: schlimmer als Kindervater. Das war der AfD-Kandidat bei der Wahl des Ministerpräsidenten 2020. Im ersten Wahlgang erhielt Christoph Kindervater 25 Stimmen und damit mindestens 3 Stimmen von außerhalb der AfD. In der anschließenden politischen Diskussion und Berichterstattung spielte dies, anders als die Wahl von FDP-Mann Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang, erstaunlicherweise keine Rolle. Schon vor fast sechs Jahren haben also mindestens drei Abgeordnete aus dem demokratischen Lager für einen AfD-Kandidaten gestimmt.
Die Zahl der „Überläufer“ von (vermutlich) der CDU war schon damals nur um einen geringer als jetzt. Bis zur Wahl zum Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt werden, so steht zu befürchten, wohl noch einige hinzukommen. Dann wird man sagen können: schlimmer als Kindervater.
Dedo v. Krosigk, Hannover
Sozialdarwinismus
„Ökonomin über Faschismus und Wirtschaft: ‚Wir müssen den Nährboden der Frustration angehen‘ “
wochentaz vom 10. – 16. 10. 26
Gutes Interview, und ich stimme zu. Die geschichtlichen Vorbedingungen mit der gescheiterten Entnazifizierung in Kombination mit der neoliberalen Ideologie, die die sozialdarwinistischen Aspekte des NS-Gedankenguts fortsetzt, haben in Deutschland diesen Nährboden geschaffen, aus dem die AfD Gewinne zieht.
Allerdings würde eine rein wirtschaftsdeterministische Sichtweise die Verantwortung des Wählers ausklammern. Gerade der weiß genau, was er mit seiner Stimme tut. Das Narrativ der AfD-Wähler, dass sie „aus Notwehr“ so wählen „müssen“, sollte man nicht fortschreiben.
Wanderin auf taz.de
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