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meinungsstark

Wohlstand oder Demokratie

„Aus der Schockstarre“,

wochentaz vom 29. 8.–4. 9. 26

Die Weimarer Republik scheiterte, weil es ihr nicht gelang, ­akzeptable soziale Verhältnisse für die breite Masse zu schaffen oder wenigstens glaubhaft machen zu können, diese für die Zukunft anzustreben.

Heute werben die Wahlplakate in Berlin, abgesehen von CDU und FDP, wieder um Menschen, denen die Mieten zu teuer sind und die Lebenshaltungskosten zu hoch. Auch bei vielen Unterstützern der AfD steht der Wunsch nach besseren, stabileren oder sichereren Lebensverhältnissen im Vordergrund.

Eine Mehrheit sieht offensichtlich ihren Wohlstand gefährdet und wenn sie sich zwischen sozialer Sicherheit und ­Demokratie entscheiden müsste, bevorzugt sie möglicherweise Ersteres.

economista auf taz.de

Liberaler Rechtsrutsch

„Aus der Schockstarre“,

wochentaz vom 29. 8.–4. 9. 26

Der Kommentar hat schon in vielem recht. Das Pro­blem ist aber auch, dass das liberale Zeitalter auch bei uns ­Liberalen längst vorbei ist. Linke haben leider auch viel zu oft die ­Neigung, alles als rechts oder Geschwurbel abzutun, um dann sagen zu können: „Mit Nazis rede ich nicht.“ Das ­einzig ­Richtige ist, was wir als urbane Bildungsbürger ­meinen.

Auch das ist kein deutsches Phänomen: In Kolumbien haben linke Freunde sich beklagt, dass einige Mitstreiter sich verhalten wie Rechte. Vielleicht ist die Gefahr des Rechts­rutschs auch, was er mit uns Liberalen macht.

Und damit meine ich nicht, dass man „besorgten Bürgern“ das Händchen halten und sich vor ihnen hertreiben lassen sollte.

Aber wir kommen auch nicht weiter, wenn wir Politik wie Fußball behandeln und uns nur noch über Zugehörigkeit und Abgrenzung definieren.

Eigentlich wäre das jetzt die Zeit für sinnvolle Sozial­wissenschaften. Aber es scheint, als wäre auch da manchmal die Positio­nierung wichtiger, als wirklich einen Rechtstrend zu verhindern.

Iguana auf taz.de

Zahlen für Daten

„Vergleich für Meta“,

wochentaz vom 29. 8.–4. 9. 26

Die Interpretation, dass Facebook Sicherungen zum Jugendschutz einbauen muss und 17 Milliarden US-Dollar Strafe zahlt, kann man auch anders sehen: Mit dem Betrag stellt Facebook sicher, dass es personenbezogene Daten (Alter und so weiter) erfassen darf, ja sogar „muss“ und damit noch zielgenauer seine Datensammlungen ergänzen kann. Das ist fehlgeleitete Regulierung.

Besser wäre es, Facebook zu verpflichten, dass alle Nutzer sich dem algorithmischen Feed und anderen Daten­abschnorchelungen entziehen können, und dass die Be­nutzerinnen und Benutzer keine personenbezogenen Daten angeben müssen.

Kurt Jaeger, Stuttgart

Altes Rezept

„Zurück zur Erde“,

wochentaz vom 29. 8.–4. 9. 26

Danke für den Artikel! „Beton heizt den Klimawandel an“, auch bei uns in Deutschland. Wir haben uns (schon) 1990 beim Hausbau (in Lübeck am Waldrand) für Holz und Lehm entschieden.

Gebrannte Ziegel außen, innen Lehmziegel, alles lehm­verputzt nach Rezept, mit altem Wissen. Aber kaum jemand traut sich zur Nachahmung. Besucher jedoch schwärmen vom Innenklima, von der ­Atmosphäre und Akustik.

Swantje Schuchard, Lübeck

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