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meinungsstark

Ruck in die Mitte

„Cem Özdemir: „Ich bin auch Anwalt der Grünen-Basis““, taz vom 17. 8. 26

Cem Özdemir empfiehlt den Grünen einen „Ruck in die Mitte“. Damit steht er in der Tradition seines geistigen Ziehvaters Wilfried Kretschmann. Dem ist in mehrfacher Hinsicht entgegenzuhalten:

1. Diese Strategie, ausgerufen durch Robert Habeck, hat schon bei der letzten Bundestagswahl nicht den erwarteten Erfolg gezeigt. Sie setzt ein konservatives Umfeld voraus, welches sich bei den konservativen Parteien nicht auf- und wahrgenommen fühlt.

2. stellen die Grünen, gestartet als Anti-(Establishment)-Partei, so wie es Petra Kelly immer wieder eingefordert hatte, den Machterhalt beziehungsweise -erwerb über eine gesellschaftlich progressive Entwicklung, nähern sie sich immer mehr einer CDU an.

3. entzieht sich diese Strategie jeder dialektischen Denkweise, die ja auch nur vom materialistischen Standpunkt aus ernst zu nehmen wäre. Nämlich, dass jede systemimmanente reformorientierte Politik systemüberwindenden Charakter in sich tragen muss. Uwe Fischer, Berlin

Wo ist die Mitte und die Ökologie?

Eine klare Abgrenzung zur AfD kann ich bei Herrn Özdemir nicht erkennen. Daraus folgt unmittelbar die Frage, wo sich für Herrn Özdemir die „Mitte“ befindet. Ein Blick in die taz vom 15. Juli diesen Jahres macht deutlich, welchen Wert Herr Özdemir der Ökologie beimisst. Ich habe seit 1980 die Grünen bei Bundestagswahlen gewählt. Leute wie Herr Özdemir haben dazu beigetragen, dass ich dies bei der letzten Bundestagswahl nicht mehr getan habe.

Hans-Christian Müller, Gelsenkirchen

Nicht im Team Antiislamismus

Ich hätte mir gewünscht, Herr Özdemir wäre gefragt worden, was genau jetzt die Erklärung der Länder des westlichen Balkans zu sicheren Herkunftsländern mit Antiislamismus zu tun hat. Und ob westlicher Balkan oder nicht – wer Menschen, die vor Islamisten fliehen, den Schutz verweigert, spielt offenkundig nicht im Team Antiislamismus.

Britta Bremer, Essen

Auf dem Präsentierteller

„Springer vs. Volksbad: „Bild“ will Becken“, taz vom 12. 8. 26

Geht es noch ungeschickter? Wenn an diesem exponierten Platz offiziell (ursprünglich) mit der Reservierung „exklusiv für die Schwarze Communitiy“ geworben wird, dann interessiert sich keiner mehr für das „Kleingedruckte“. Die Reaktion der konservativen/rechten Medien war zu erwarten. Und die Gegenreaktion der linken Medien war ebenfalls erwartbar. Warum macht man so ein Angebot und publiziert es so fahrlässig? Die Volksbühne hat wohl nun die Veranstaltung wegen rassistischer Anfeindungen abgesagt. Warum hat man die Situation eskaliert?

Ich habe Kinder, die zur „schwarzen Community“ gehören. Ich stelle mir vor, wie meine Kinder mit anderen schwarzen Kindern 6 Stunden auf dem Präsentierteller sind. Es ist unverantwortlich, diese Kinder so in den Mittelpunkt zu stellen und eventuell Aggressionen auszusetzen. Black & White auf taz.de

Was macht die Hand auf ihrem Po?

„Für beide Seiten ein Glücksfall“, taz vom 14. 8. 26

Mich irritiert dieser Artikel. Wo bleibt der feministische, machtkritische Blick, für den ich die taz lese? Sie suchte verzweifelt eine Wohnung, er hatte anderthalb Zimmer zu vergeben – Anlass genug, dieses Verhältnis zu hinterfragen.

Stattdessen wird der Mann als cooler Altlinker gefeiert. Das mag er ja auch sein. Ich frage mich nur: Was macht auf dem Foto seine Hand auf ihrem Po? Und warum fällt das in der gesamten Redaktion niemandem auf? Sarah Sorge, Frankfurt am Main

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen