live und im internet: Mit Fakten witzeln
Prominente Künstler*innen starten das neue Comedy-News-Format „Fun Facts“
Mit Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen gemeinsam haben über 200 prominente Künstler*innen ein neues „Comedy-News-Format“ mit dem Titel „Fun Facts“ gegründet. Dabei sind Schauspielerinnen wie Karoline Herfurth, Comedians wie Sarah Bosetti, Autoren wie Marc-Uwe Kling, die Neurowissenschaftlerin Maren Urner, Sängerin Dota Kehr und die Aktivistin Luisa Neubauer. Ab 2. März soll täglich ein*e Künstler*in live eine 15-minütige Nachrichtensendung in einem Theater in München, Berlin, Hamburg, Köln oder Leipzig präsentieren. Die Sendung wird aufgenommen und gegen 21.30 Uhr auf allen Social-Media-Kanälen (außer X) veröffentlicht. Wer ins Theater geht, bekommt zusätzlich noch eine Show der Künstler*in.
Auf der Pressekonferenz vergangenen Montag ließen die Künstler*innen wissen, dass sie sich von dem Format versprechen, mit den „Viralitätsfaktoren“ Prominenz und Humor dort die „Fakten zu stärken“, wo sie es derzeit am schwersten hätten: im Internet. Die Sendung solle eine „Einstiegsdroge in die Fakten hinein“ sein, ein „Format fürs Zähneputzen“, wo es „faktenreich und unterhaltsam“ zugehen soll, um damit „Massendemokratie zu unterstützen und vor dem Faschismus“ zu schützen.
Um die Nachrichtensendung journalistisch abzusichern, haben die Künstler*innen das Recherchenetzwerk Correctiv gewinnen können. Ein „Verbindungsredakteur“ soll nach einem ersten Brainstorming mit den Künstler*innen „losgehen und die Fakten zusammentragen“, wie es die Chefredakteurin Anette Dowideit formulierte.
Wann aber wird ein Fakt zu einem Fakt? Was macht einen Fakt aus? Diese Fragen stellt sich das Projekt bisher nicht.
Was aber macht das Team, wenn sich ein präsentierter „Fakt“ nach Ausstrahlung der Sendung tatsächlich als Fake herausstellt? Dann, so die Macher*innen, stünden die Leitlinien von „Fun Facts“ bereit: „Transparenz“ und „radikale Ehrlichkeit“, man würde den Fehler zugeben.
Finanziert wird das Projekt übrigens durch Privatinvestitionen von Künstler*innen, deren ehrenamtlicher Arbeit und mit der Unterstützung durch eine Toilettenpapierfirma. Doris Akrap
„Fun Facts“,ab 2. März überall im Internet
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen