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krimiEiner für alle

Ein neuer „Eberhofer“ läuft im Kino. Zeit, sich die Reihe noch mal vorzunehmen

Manchmal ist man spät dran. So war es bei mir mit den Eberhoferkrimis, deren zehnte Verfilmung gerade in den Kinos läuft. Laut Kinocharts derzeit auf Platz 3, hinter Spiderman und Odyssee. Darüber kann man nachdenken. Die Filme basieren auf den Bestsellern von Rita Falk, es gibt vierzehn, also genug Vorlagen für weitere Kinohits.

Wie kam ich zum Eberhofer? Übers analoge Fernsehen! Im Juli saß ich auf einer Nordseeinsel, Frau und Kinder waren schon auf dem Weg ins Bett, ich fläzte übererholt auf dem Sofa, und vor mir hing dieser riesige Ferienwohnungsbildschirm. Und dann lief da ein Eberhofer. Und ich blieb nach einigen zappenden Ausbruchsversuchen dabei hängen, wurde angefixt.

Warum? War es Nostalgie? Nach einem Bayern, das es so nie gegeben hat – und das eben deswegen nie vergeht? Mag sein. Aber tatsächlich habe ich als Schwabinger keine Erfahrung mit dem bayerischen oder sonstigem Dorfleben. Ich bin ein Städter wie der Eberhofer-Verkörperer Sebastian Bezzel, der nicht direkt unglücklich zu sein scheint, dass er, obwohl im Oberland gebürtig, in Hamburg lebt.

Bezzel ist für mich auch der Schlüssel zu dieser Filmreihe. Denn er ist, ungewöhnlich für eine deutsche Produktion, eine gebrochene und schillernde Figur, ein Strizzi.

Man muss ihn natürlich mögen, den Herrn Wachtmeister mit der Selbstgedrehten und dem Zug zur Knarre, der es so lang geschafft hat, nicht aus dem Schweinestall seiner ewigen Jugend vertrieben zu werden. Und mögen muss man ihn natürlich nicht. Denn er ist einer, der lieben lässt, statt selbst zu lieben, ein moderner Monaco Franze, der dann mit Simon Schwarz auch seinen zeitgemäßen Manni Kopfeck an der Seite hat. Und zur großartigen Susi (Lisa Maria Potthoff) im Amt von Niederkaltenkirchen fällt einem halt auch sofort das klassische „Immer das Gschiss mit der Elli“ ein.

Das sind also Genrefiguren in den Hauptrollen, die ich aus meiner Kindheit kenne. Und die Darsteller schaffen es, diese Figuren mit Leben zu füllen. Dazu gibt es Entdeckungen – ich habe gesagt, dass ich spät dran bin; aber Daniel Christensen als Ignaz Flözinger ist schon eine Nummer, insbesondere in den Wirtshausszenen! Und der pfundige alte Eisi Gulp als verkiffter Eberhofer-Vater ist halt nicht zuletzt deswegen interessant, weil er mit der Einzige ist, der ein wirklich sauberes Bairisch spricht – ein Schwabinger halt! Ambros Waibel

„Eberhofer-Krimis“, in der ARD-Mediathek und gegen Gebühr z.B. bei prime

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