herzensort: Wer hockt, gewinnt
Ungewohnt nah fühlen sie sich an, die glatten Oberflächen und Fliesen der Klokabine. Mein Hintern schwebt nur Zentimeter über dem im Boden eingelassenen Keramikbecken, meine Knie sind in einem maximal spitzen Winkel gebeugt. Erst hier, auf dem öffentlichen Hockklo hinter einem Rathaus irgendwo in Südfrankreich, merke ich, wie toll und vor allem hygienisch diese Art von Toiletten doch sind. Natürlich können auch sie mal dreckig sein, doch anders als auf einer Sitztoilette berühre ich in der Hocke nichts. Und wie oft habe ich mich geekelt über verdreckte Kloschüsseln, die für meine 1,64 Meter zu hoch waren, um sich mit Abstand darüber zu positionieren.
Seit meiner Erfahrung in Südfrankreich wünsche ich mir also auch in Deutschland mehr Hockklos, auch wenn Sitzklos für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit unabdingbar bleiben. Wenn man kann, sollte man aber sowieso häufiger hocken, denn es ist gesund und birgt physiologische Vorteile für Rücken, Verdauung und Klogang. Wer im Alltag in der Kniebeuge verharrt, profitiert davon auch im Alter – und was ist alltäglicher als der Gang zum Klo? Adefunmi Olanigan
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen