doppelblind: Fossilien mitSchlagseite
Der Inhalt einer Geschichte hängt immer auch von den Menschen ab, die diese Geschichte erzählen. In der Paläontologie ist das aber hoffentlich nicht der Fall, denn erzählt wird die Historie des Lebens auf der Erde fast ausschließlich von den gut betuchten westlichen Industrienationen. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsteam jetzt im Fachjournal Nature Ecology & Evolution. Die sieben Wissenschaftlerinnen haben untersucht, aus welchen Teilen der Welt die Daten der Paleobiology Database stammen, einer vielgenutzten Literaturdatenbank für Fossilien. Demnach stammen 97 Prozent der Einträge aus Ländern mit hohen oder mittleren Einkommen, vor allem aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Ein großer Teil der Forschung fand außerhalb des eigenen Landes statt, zumeist ohne eine Beteiligung der ortsansässigen Wissenschaftler. Die Autorinnen der Studie sprechen von „scientific colonialism“: Paläontolog:innen fallen in ein Land ein, forschen und verschwinden, ohne mit den vor Ort lebenden Menschen und Kollegen in einen Austausch zu treten. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie die falsche Geschichte erzählen. Aber naheliegend ist es schon. (zint)
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