die wahrheit: Geflügelte Nervensägen

Gegen depressive Wellensittiche hilft Folklore, traditionelle Hausmusik oder gerne auch Harfenklänge. Doch was hat die Volksmusik für Folgen auf Vogel samt Besitzer?

Fröhlich wie Florian wird der Wellensittich mit Musik. Bild: dpa

Der "Industrieverband Heimtierbedarf" macht sich große Sorgen um unsere depressiven Wellensittiche: "Was tun, wenn die Wellensittiche nicht singen mögen und still in einer Ecke sitzen?", fragen die Knabberstangenverkäufer in einer dramatischen Pressemitteilung, die uns gestern erreichte. Nun ja, Wellensittiche singen ja eigentlich nicht, sie krakeelen und plappern eher und sagen so etwas wie: "Kuki lieb". Doch wenn sie auch das nicht tun, empfiehlt eine Wellensittichexpertin, den traurigen, kleinen Freunden Musik vorzuspielen: "Wir haben beobachtet, dass die Vögel besonders auf Folklore ansprechen. Traditionelle Hausmusik, Harfen und andere Zupfinstrumente scheinen die gefiederten Gesellen besonders zu animieren." Das klingt ja schwer nach Volksmusik. Was das für Folgen haben kann! Am Ende hat man einen kleinen gefiederten Florian Silbereisen im Käfig, der einen mit seiner krankhaften Fröhlichkeit schneller in den Wahnsinn treibt, als es dem Volksflorian je gelänge. Dann wünscht man sich doch besser einen schwermütigen Trauerkloß, der brav den Schnabel hält.

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