die anderen:
Die Neue Zürcher Zeitung schreibt zum Rentenkompromiss in Deutschland: Kaum hatte die Nachricht die Runde gemacht, die rot-grüne Regierung habe sich mit den Gewerkschaften verständigt, beklagten sich andere Interessengruppen und die Wirtschaft. Für Schröder dürfte aber mit der Einigung mit den Gewerkschaften das wichtigste Ziel zunächst erreicht sein. Die Öffnung zur Mitte war dem Kanzler bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren offensichtlich gelungen. Doch die Erschließung neuer Wählerschichten nützte der SPD, wie eine Reihe von Landtags- und Kommunalwahlen bewies, wenig, wenn typische Stammwähler zu Hause blieben, weil sie die Ziele der eigenen Partei nicht mehr nachvollziehen konnten. Die jetzt erzielte Ruhepause an der Gewerkschaftsfront verschafft Schröder zumindest eine Atempause. Die Anhörung im Sozialausschuss des Bundestages, bei der die Experten samt und sonders die Rentenpläne seines Arbeitsministers Riester zerrissen, galt dem pragmatischen Regierungschef nur als willkommene Gelegenheit, die vorher schon als notwendig erachtete Korrektur vorzunehmen. Die Berliner Koalitionsspitzen störte es dabei nicht im Geringsten, dass Riester nun als der große Verlierer dasteht, dem eigentlich nur noch der Rücktritt übrig bleibt.
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