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das wetter

Plutonio

Plutonio griff nach dem Mikrofon und schrillte die ersten Worte hinein. Die Menge stand sofort Kopf. Das Kreischen der Strandbesucher umspülte den explosiven Rap-Star. „With no fear I walk alone“, brechstangte Plutonio und strahlte im Rhythmus der Wellen. Um den Hals trug er eine schwere Goldkette, an der eine ordentliche Zahl hing: 94. Extrem giftig guckte er über die beiden Ziffern hinweg und atmete tief ein, um dann einen markerschütternden Schrei auszustoßen, der dem Publikum an Lebern und Nieren ging, bis der Herzschrittmacher eines älteren Mannes aus- und er umfiel. Ein dumpfer Basslauf begleitete ihn ins Jenseits. Und Plutonio hauchte ihm hinterher: „You’ll feel every breath that I breath.“ Das Meer schwieg dazu ängstlich und verzog sich eilig Richtung Horizont. Plutonio hatte wieder einmal seine brutale Gefährlichkeit unter Beweis gestellt.

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