: chronik
Die Tat und ihre Folgen
Vor fünf Jahren wurde Noël Martin Opfer rassistischer Gewalt. Bei einer Autoverfolgungsjagd wurde der britische Bauarbeiter in Mahlow bei Berlin von rechten Jugendlichen lebensgefährlich verletzt. Er ist seither vom Hals ab gelähmt. Am Wochenende kehrte er in den Ort zurück, um eine Demonstration gegen Rassismus anzuführen. Eingeladen wurde der 42-Jährige vom Brandenburger „Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit“ und der Gemeinde.
Zwei Jugendliche, damals 18 und 24 Jahre alt, verfolgten am 16. Juni 1996 Noël Martin und zwei weitere farbige Briten aus Birmingham mit dem Auto. Einer der Jugendlichen warf einen Stein auf den Wagen, das Fahrzeug prallte frontal gegen einen Baum. Nachdem die Polizei anfangs gegen die Briten ermittelte, wurde erst nach Presseberichten (taz vom 17. 7. 1996) gegen die Täter ermittelt. Sie wurden ein halbes Jahr später zu fünf bzw. acht Jahren Haft verurteilt. Das Gericht nannte als Motiv „offene Ausländerfeindlichkeit“.
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen