■ betr.: taz vom 28.2.: Richtigstellung-betr.: Angela Merkel / Ulrich Havemann in "Der aufrechte Gang"
„Die Tageszeitung“ entschuldigt sich für die unzutreffenden Behauptungen über die Bundesministerin Dr. Angela Merkel und den Physiker Dr. Ulrich Havemann, die in dem Beitrag „Der aufrechte Gang“ vom 18. Februar 1994 enthalten waren. Dadurch konnte u.a. der Eindruck entstehen, Frau Dr. Merkel und Dr. Havemann seien nicht Opfer einer jahrelangen Ausforschung durch das DDR-Ministerium für Staatssicherheit gewesen, sondern hätten vielmehr durch die Berichte eines sie ausforschenden Kollegen mit Westreisen und Vergünstigungen profitiert.
Als verletzend mußte die Darstellung auch deswegen empfunden werden, weil im Beitrag dieser sie überwachende Informelle Mitarbeiter durch den Gebrauch des Decknamens „Schnaffi“ geschützt wurde, während die Ausforschungsopfer Merkel und Havemann namentlich genannt wurden.
Richtig ist vielmehr, daß Dr. Merkel, Dr. Havemann und weitere Mitarbeiter des Instituts für physikalische Chemie der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR durch Akteneinsicht bei der Gauck-Behörde diesen „Schnaffi“ als Dr. Frank Schneider identifizierten. Unter dem IM-Decknamen „Bachmann“ lieferte Dr. Schneider jahrelang Berichte über seine Kollegen im Institut.
Gegen Dr. Ulrich Havemann hatte das Ministerium für Staatssicherheit seit Anfang der sechziger Jahre bis Ende des Jahres 1989 einen operativen Vorgang zum Nachweis staatsfeindlicher Aktivitäten installiert. Aus den Gauck-Unterlagen gehen die Beteiligung von rund fünfzig Informellen Mitarbeitern und fünfundzwanzig Abteilungen des Ministeriums unter direkter Kontrolle des stellvertretenden Ministers für Staatssicherheit hervor. Die Aktivitäten beinhalteten sämtliche Methoden der Stasi und richteten sich auch gegen die Ehefrau und die Kinder von Dr. Havemann. Die Chefredaktion
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