: betr.: Hungerstreik in Bischofferode
Der SPD-Abgeordnete Wieland Sorge hat – nach langen sechs Tagen – das Solidaritäts-Hungern mit den Kalikumpeln satt. Er ißt wieder, teilte der Betriebsrat der Bischofferoder Grube mit. Sorges Befindlichkeit hat sich in der knappen Woche offenbar dramatisch gewendet: Erklärte er zur Begründung seines Hungerstreiks, er fühle sich politisch ohnmächtig, so sagt er jetzt, er könne derzeit auf politischer Ebene mehr erreichen als vor Ort in Bischofferode.
Viel Erfolg, kann man dem gestärkten Vize-Vorsitzenden des Treuhandausschusses des Bundestags nur wünschen. Immerhin hat Bundeswirtschaftsminister Rexrodt erst gestern wieder versichert, Bischofferode müsse unbedingt stillgelegt werden, um die deutsche Kali-Industrie überhaupt zu retten. Rexrodt lobte die Treuhand, daß sie das vom Betriebsrat befürwortete Übernahmekonzept des Unternehmers Peine abgelehnt hat: „Man kann nicht die Kumpel in die Hand von Leuten geben, die nicht den Nachweis erbringen, ein Unternehmen gesichert in die Zukunft führen zu können“. Und das Thüringer Umweltministerium hat noch einmal bekräftigt, daß Bischofferode als Sondermülldeponie völlig ungeeignet sei. Viel zu tun, Herr Sorge, stärken sie sich!
Text: taz/dpa, Foto: Martin & Zielinke/Transparent
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 90 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen