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berliner szenenDienstags immer Damentag

Dienstags gehe ich in die Sauna in der Nachbarschaft, denn dienstags ist Frauentag, so wie in vielen Berliner Saunen. Ich find’s irgendwie entspannter und das geht offenbar anderen auch so, denn meistens ist es richtig voll. Die Sauna schließt um 23 Uhr, und wenn man wie ich drei Saunagänge absolviert, tut man gut daran, rechtzeitig da zu sein, denn unter drei Stunden ist das nicht entspannt zu schaffen.

Der letzte Aufguss ist um 22 Uhr, und eine halbe Stunde später machen sich die Mitarbeiter langsam ans Aufräumen. Umso erstaunter bin ich immer, wenn ich beim Rausgehen bin, also meist so gegen 21.30 Uhr, und dann noch Saunakundschaft auftaucht. Also ich meine, man geht da doch zur Entspannung hin und nicht unter Zeitdruck. Und zahlt trotzdem 22 Euro. Aber Menschen sind ja verschieden. Bei meinem letzten Saunabesuch lief es dann noch etwas anders.

Als ich gerade beim Bezahlen bin, klingelt es. Durch die gläserne Eingangstür sieht man vier junge Männer mit Migrationshintergrund wild gestikulieren. Die Sauna-Mitarbeiterin drückt auf den Türknopf und ruft den Jungs zu: „Heute ist leider Damentag!“ Dann macht sie die Tür wieder zu. Die Männer drücken die Nasen gegen die Scheibe. Sie klingeln wieder. Ich bekomme ein bisschen Angst. Vier Männer draußen, zwei Frauen drinnen. Und dahinter lauter weitere Frauen, alle nackt.

„Ach, so was passiert hier dauernd“, sagt die Frau an der Kasse. Beim Rausgehen höre ich, wie der eine Mann zu den anderen sagt: „I think they are closed today.“ Sie sehen ein bisschen enttäuscht aus. Ich schäme mich plötzlich für meine Angst. „On Tuesday it’s only for women“, sage ich. Vier junge Männer sehen mich völlig verblüfft an. „Oh sorry! We didn’t know. And we didn’t understand!“, sagt dann einer schüchtern. Er ist ähnlich beschämt wie ich. Gaby Coldewey

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