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Zwangsarbeit bei Daimler

■ Dokumentation zum Arbeitseinsatz von KZ-Häftlingen bei Benz erschienen

Stuttgart (AP/taz) – Die Daimler-Benz AG hat am Montag eine Dokumentation zum Zwangsarbeitereinsatz in ihren Werken während des Dritten Reiches vorgelegt. Die Untersuchung wurde vom Unternehmen bereits 1986 in Auftrag gegeben und ist seit vier Jahren fertig. Ursprünglich sollte sie Grundlage für Entschädigungszahlungen an Zwangsarbeiter sein. Weil das Unternehmen sich aber bereits im Juni 1988 entschloß, 20 Millionen Mark an die Claims Conference, das Internationale Rote Kreuz und andere Organisationen zu bezahlen, entfiel ein akuter Veröffentlichungsdruck. Auf individuelle Entschädigungen verzichtete das Unternehmen, weil häufig nicht mehr festzustellen sei, wer, wann, wo und wie lange Zwangsarbeit geleistet hat. „Die Aufarbeitung der materiellen Fragen werde als abgeschlossen betrachtet“, hieß es bei der Vorstellung des Buches in Stuttgart.

Die im Franz Steiner Verlag erschienene Untersuchung umfaßt 550 Seiten und unterscheidet zwischen zivilen Fremdarbeitern, die zunächst freiwillig nach Deutschland gekommen waren und später im Land festgehalten wurden, sowie nach Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen, die Zwangsarbeit leisten mußten. Sie kamen aus allen Ländern Europas und der Sowjetunion. Eine Gesamtzahl nennt die Studie wegen der individuellen Verweildauer nicht. Nur Stichtage. Im Stammwerk waren Ende 1944 35 Prozent, im Flugzeugmotorenwerk Genshagen sogar 68 Prozent Zwangsarbeiter. Die Studie basiert zum Teil auch auf der systematischen Befragung von 270 ehemaligen Sklavenarbeitern.

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