■ Zur Person: Weckt Klinikpersonal
Kummerkastentante? Trude Sandriesser formuliert das weitaus diplomatischer: „Ich trage die Beschwerden vor, höre mir die Gegenseite an. Den langen Zeigefinger hebe ich nicht.“Seit gestern ist die Psychologin offiziell die PAB, die Patienten- und Angehörigen-Beratung im Zentralkrankenhaus Sankt-Jürgen-Straße. Die PAB besteht auch aus einem Raum, hauptsächlich jedoch aus Frau Sandriesser, die schon seit Oktober letzten Jahres Klagen von PatientInnen entgegennimmt.
Dabei ging es vor allem um die langen Wartezeiten. Trude Sandriesser hospitierte in den bezichtigten Abteilungen, Tag und Nacht. „Aber auch mangelnder Höflichkeit oder Freundlichkeit mußte ich nachgehen.“Klärende Gespräche wurden arrangiert und geführt – die Psychologin verbucht sie in ihrer Bilanz als „Wachwerden“des Klinikpersonals.
Mit seiner PAB hat sich das ZKH Sankt-Jürgen dem elenden politischen Schlagabtausch über ein PatientInnenvertretungsgesetz entzogen. Die Bremer CDU ist gegen ein Gesetz, SPD und Grüne sind dafür. sip
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen