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Zum Teufel!

Deutsche machen sich weniger Sorgen

Nullangstfoto: dpa

„Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet!“, steht zwar bloß in Dantes „Göttlicher Komödie“ am Eingang zur Hölle, sollte aber von Rechts wegen in Salzteigherzen gebacken an alle Außengrenzen Deutschlands gedübelt werden, damit Besucher vor der hingebungsvoll hoffnungslosen Jammerbande gewarnt sind. Denn das kann der Deutsche, und die Deutsche kaum minder. Sich ob der Dinge ängstigen, sich grämen und sorgen, anschließend bangen, barmen, aber auch zetern und klagen: „Alles geht in’n Dutt! Alles geht zum Teufel! Ach, du lieber Augustin!“ Doch ausgerechnet jetzt, wo die Weltlage an allen Rändern und auch dazwischen, atmosphärisch spürbar ins Apokalyptische lappt, was machen die hartgesottenen Jammerlappen und Kummerbünde da? Sich plötzlich keine Sorgen mehr. „Deutsche haben weniger Ängste“, verkündete epd die beinahe größte Angstflaute, die je in einer Versicherungsumfrage gemessen wurde. „Ein noch niedrigeres Angstniveau“ sei nur einmal festgestellt worden – im Wonne- und Pandemiejahr 2021. Seither haben die Deutschen offenbar tüchtig Lack gesoffen, der macht bekanntlich ulkig in der Rübe.

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