Zu hoher Preis für Küstenautobahn

BUND: A20 wäre ein ökologisches und ökonomisches Desaster

Der Bau der Küstenautobahn A20 würde mit rund 7 Milliarden Euro fast doppelt so viel kosten wie veranschlagt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Nach seiner Auffassung wäre der Bau der 217 Kilometer langen Strecke von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein bis Westerstede in Niedersachsen auch ein ökologisches Desaster, etwa weil Moorgebiete zerstört würden, die für die Speicherung von CO2 wichtig sind. „Daraus lässt sich nur die Konsequenz ziehen, dass die A20 nicht bauwürdig ist“, sagte Studienautorin Kirsten Erwentraut. Pro Kilometer koste die A20 rund 25 Millionen Euro, üblich seien 10 bis 15 Millionen Euro. Die Verteuerung sei nicht nur mit allmeinen Preissteigerungen zu erklären. „Die Kosten sind viel zu niedrig veranschlagt“, sagte sie. Der Bundestag habe bei der Bewilligung des Projekts auf einer falschen Basis entschieden.

Unterstützt wird der BUND von Friday for Future. „Der Bau der A20 ist das klimaschädlichste Vorhaben im gesamten Bundesverkehrswegeplan“, sagte Stefan Mester von FFF Niedersachen. Laut diesem Rahmenprogramm der Regierung würden durch die Autobahn weitere 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr zusätzlich ausgestoßen. Der Plan sieht den Bau von mehr als 850 Kilometer weiterer Fernstraßen bis zum Jahr 2030 vor. Umweltverbände wie der BUND, aber auch die Grünen fordern ein Moratorium für den Autobahnbau, bis alle Projekte erneut auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft sind. (akr)

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