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Zaires Hauptstadt ruhig

■ Massiver Militäraufmarsch verhindert die angekündigten Massenproteste

Berlin (taz) – Die Protestaktionen in Zaires Hauptstadt Kinshasa, mit denen die zivile Opposition unter Etienne Tshisekedi den Staatschef Mobutu stürzen will, sind gestern ins Wasser gefallen. Ein massiver Aufmarsch von Sicherheitskräften an allen strategischen Plätzen hinderte Schüler und Studenten daran, sich gemäß dem Aufruf der Opposition zu Demonstrationen zu sammeln.

Anstelle der von Oppositionsvertretern am Montag angekündigten Eskalation der Proteste stellte das Militär unerwartet deutlich seine Stärke unter Beweis. Vereinzelt kam es zu Zwischenfällen, als Soldaten frühmorgens Straßenbarrikaden entfernten und Steinewerfer mit Warnschüssen auseinandertrieben. Da aus Angst vor Gewalt die meisten Bewohner der Hauptstadt zu Hause blieben, geriet der Tag effektiv zu einer Fortsetzung der „Aktion Geisterstadt“ vom Montag. Läden und Büros blieben geschlossen. Die Opposition will nun am kommenden Wochenende über die Lage beraten.

Im Kampf gegen Mobutu liegt nun die Initiative wieder bei den Rebellen der Allianz demokratischer Kräfte für die Befreiung von Kongo/Ex-Zaire (AFDL), die zwei Drittel des Landes kontrollieren. Ihr Führer Kabila reiste gestern inmitten von Gerüchten über bevorstehende Gespräche mit Mobutu nach Südafrika. D.J.

siehe Bericht Seite 8

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