: Zahnlose Monster
Bedauernswerte Haie verlieren den Biss
Es hat sich ausgemonstert! Haie sind auch nicht mehr das, zu dem sie einst Steven Spielberg machte: „Haie könnten ihren Biss verlieren“, meldete die Horroragentur dpa am Mittwoch. Grund: „die Übersäuerung der Ozeane“. Wie ein Biologenteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf herausfand, sinkt der pH-Wert des Meereswassers, wodurch es saurer wird. Die Säure aber greife die Beißerchen von Meeresbewohnern an. Was die einen als gute Nachricht werten, weil der Klimawandel endlich zu etwas gut sei und es künftig keinen Haialarm vor Mallorca oder am Müggelsee mehr gebe, sehen andere kritisch: Mit dem fehlenden Biss werde gerade den Weißen Haien jede Verdienstmöglichkeit genommen, denn welcher Regisseur verpflichte schon zahnlose Monster für seine Horrorstreifen. Und so werden Haie wohl bald als billiger feuchter Kuschelbärersatz in Schmonzetten wie „Paddington“ auftreten und zur Belustigung des Publikums mit den Flossen wackeln. Niemals wieder aber werden sich die Nackenhaare der Zuschauer aufstellen, sobald die Schreckensmelodie aus dem „Weißen Hai“ das Ungeheuer ankündigt: „Da-da da-da da-da …“
taz lesen kann jede:r
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen