Wohnungsbaugesellschaft gegen Korruption: Howoge will neues Image

Die Wohnungsbaugesellschaft will mit Transparency International für mehr Transparenz sorgen und die Vergaberichtlinien strikt einhalten.

Geldverschiebung und andere unsaubere Mauscheleien sollen bei der Howoge künftig unterbleiben Bild: dpa

So etwas nennt man wohl breit aufgestellt. Um den Willen zu einem "Neustart" zu demonstrieren, begrüßte die skandalgeschüttelte Wohnungsbaugesellschaft Howoge die Hauptstadtpresse mit großem Bahnhof. Nicht nur der neue Geschäftsführer Reinhard Baumgarten sollte verkünden, dass sich die Gesellschaft künftig an die Vergaberegeln halte, sondern auch die Aufsichtsratsvorsitzende, ein Vertreter von Transparency International sowie zwei "Monitoren", die künftig Einblicke in die gesamten Geschäftsabläufe haben. "Ich will alles tun, damit die Howoge keine negativen Schlagzeilen mehr macht", sagte Aufsichtsratschefin Monika Kuban am Freitag. Im März hatte die Howoge ihre Geschäftsführer gefeuert, weil sie dem SPD-Bauunternehmer Ralf Hillenberg widerrechtlich Aufträge zugeschanzt hatten.

Damit der "Neustart" nicht bloß ein Wort bleibt, hat die neue Führung der Wohnungsbaugesellschaft einen Kooperationsvertrag mit der Antikorruptionsorganisation Transparency International geschlossen. Zudem sollen ein Bauingenieur und ein Anwalt die Einhaltung der Vergaberichtlinien kontrollieren. Immerhin hat die Howoge bald Aufträge in Höhe von 100 Millionen Euro zu vergeben - so viel soll die Modernisierung von 2.300 Plattenbauwohnungen in Buch kosten, die 2011 beginnen soll.

Mit ihrer Selbstverpflichtung geht die Howoge über das hinaus, was bei anderen Wohnungsbaugesellschaften üblich ist. "Bei Aufträgen von mehr als 500 Euro holen wir künftig drei Angebote", sagte Baumgarten. Auch für die Mieter in Buch hatte Baumgarten eine positive Botschaft. "Wir bleiben auch nach der Sanierung im Bereich des Mietspiegels."

Ganz gegen mögliche neue Negativschlagzeilen gefeit ist die Howoge allerdings nicht. "Das Vergaberecht schützt nicht nur die Unternehmen, es schützt auch die Bieter vor Diskriminierung", sagte Martin Jung, der als einer der beiden "Monitoren" künftig über die Einhaltung der Richtlinien wachen soll.

Im Klartext: Auch Hillenberg darf an den Ausschreibungen teilnehmen. Zwar gibt es im "Integritätsvertrag", den jeder Bewerber mit der Gesellschaft schließen muss, einen Passus, der Bieter ausschließt, die sich "schwere Verfehlungen" zuschulden kommen ließen. Für Hillenberg gilt dies aber nicht, deutete Jung an. "Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen eingestellt." Immerhin eines konnte der neue Howoge-Chef Baumgarten verkünden. "Bislang hat Hillenberg keine neuen Aufträge erhalten." UWE RADA

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