: Wir sind dafür! Berlin 2000
Der zum Kirch-Imperium gehörende Münchner Tele-5-Nachfolger Deutsches Sportfernsehen (DSF), dem vom Medienrat die Einspeisung in die Kabelnetze von Berlin und Brandenburg verweigert wird, macht immer mehr Druck gegen diese Entscheidung. Der Medienrat hatte die Verbreitung des DSF wegen unzulässiger Medienkonzentration untersagt. Zuerst legte Anfang vergangener Woche die befreundete Springer- Presse in Berlin mit großen Schlagzeilen los. Vom „TV-Skandal des Jahres“ schrieb die Bild-Zeitung und forderte die LeserInnen kämpferisch auf, sich beim Medienrat zu beschweren. Allerdings verschwieg die Bild ihren LeserInnen, daß der eigene Springer-Konzern und der Springer- Großaktionär Kirch am DSF beteiligt sind. Dann schaltete sich die Bayerische Staatskanzlei ein: Die Staatskanzleien in Berlin und Brandenburg sollten doch bitte die Einspeisung gegen die Kommerzfunkkontrolleure durchsetzen. Auch die Olympia GmbH des Berliner Senats, die vom DSF unterstützt wird, ergriff für den Kirch-Sender das Wort. Die Entscheidung des Medienrats sei „wenig hilfreich“ für die Olympia-Bewerbung Berlins, sagte der Chef der Olympia GmbH, Nawrocki. Seit Samstag erscheinen nun ganzseitige Anzeigen des DSF in der Berliner Presse, in denen das Berliner Olympia-Bärchen unter dem DSF-Signet dicke Tränen weint und eine beleidigte Fresse zieht, statt zu lächeln (s. oben). Text: „Boris siegt, Steffi siegt, Michael siegt. Deutschland ist live dabei. Aber in Berlin und Brandenburg sind sie nicht zu sehen.“
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