: Wir bilden Banden!
Mut, Wut und Gemeinschaft: Die feministaz spannt in der kommenden Ausgabe ein Netz der Solidarität um die Welt. Wie sie entstand und wieso die Ausgabe umbenannt wurde
Von Jasmin Kalarickal
Was können wir dem entgegensetzen?“, fragte eine Kollegin, als wir im November das erste Mal zusammenkamen, um die Sonderausgabe zum 8. März zu planen. Frustriert blickten wir auf die Welt angesichts des internationalen Backlashs, angesichts von Trump und Putin, angesichts des Angriffs auf Trans-, Queer- und Frauenrechte. Für das „Dagegenhalten“ holten wir uns dann einen angestaubten Begriff zurück: Solidarität.
Wir legten los mit wilden Moodboards: Wo ist die Solidarität im Kopf, im Körper, im Krieg, auf der Bühne, im Kleinen, im Großen? Lässt sich Solidarität berechnen? Wo fängt sie an, wo hört sie auf, wann wird sie toxisch? Bis zum 8. März werden daraus 52 Seiten. Die Solidaritätsausgabe sollte dann nicht nur überraschend, global, kämpferisch, inspirierend, inklusiv, intersektional, ernst und witzig alles zugleich sein. Sie sollte Menschen sichtbar machen, die mutig sind, die Wissen teilen, die Schönes im Traurigen schaffen, Menschen, die sich versöhnen, wenn es unmöglich erscheint, und Menschen, die schreien und dagegenhalten, wenn es notwendig ist.
Der Glitzervorhang aus der Produktion des letzten Jahres, der hängt noch immer. Aber weil tazler*innen stundenlange Grundsatzdiskussionen in schlecht belüfteten Räumen lieben (und etwas hassen), haben wir uns für diese Ausgabe einen neuen Namen ausgedacht. Anders als in den vergangenen Jahren heißt die Ausgabe nun nicht mehr frauentaz, sondern feministaz.
Damit rücken wir die Haltung in den Vordergrund, nicht Personengruppen. Der Name passt auch besser zu einer Ausgabe, die – Achtung erster Spoiler! – ein internationales Netz der Solidarität rund um den Globus spannt. Von Berlin-Kreuzberg über Montevideo bis nach Kyjiw und Hargeysa.
In der Planungsphase müssen Sie sich Journalist*innen in der taz vorstellen, die auch zu Unzeiten mit Personen whatsappen oder telefonieren, die sie noch nie getroffen haben – mit denen sie aber dann doch sehr schnell sehr persönlich wurden. Ihre Geschichten sind manchmal so inspirierend, dass Jubelschreie durch unsere Redaktion hallten. JAAAA! Solidarität wird gelebt. Sie ist da. Sie ist stark. Sie ist eine Superkraft.
Und wenn es mal nicht so lief wie gewünscht, oder die Erschöpfung (im schlecht belüfteten Raum) zu groß wurde, dann half nur noch Musik: More Passion! More Energy! Kopf und Raum durchlüften.
Das Kernteam der feministaz 2026 sind Sonja Trabandt und Carmen Seils (Layout), Sima Ebrahimi und Erik Irmer (Fotoredaktion) sowie Manuela Heim, Jasmin Kalarickal, Raweel Nasir, Amelie Sittenauer und Tanja Tricarico (inhaltliche Redaktion).
Aber so eine Sonderausgabe zu wuppen, das funktioniert natürlich nur, wenn das ganze taz-Haus mitwirkt: Kolleg*innen aus fast allen Abteilungen des Hauses, Korrespondent*innen und freie Journalist*innen aus aller Welt. Die feministaz 2026 braucht ein großes, solidarisches Team.
Wer müde von der aktuellen Lage dieser Welt ist, darf sich also bereits jetzt auf diese Aufgabe freuen. Wir fragen, ob es im Matriarchat solidarischer wäre, oder ob globale Schwesternschaft existiert. Zweiter Spoiler: Es ist kompliziert. Deshalb lädt die feministaz dieses Jahr auch zum nichtlinearen Lesen ein. Wenn die Welt in Unordnung gerät, dann bleibt nichts anderes übrig, als das Chaos zu umarmen.
Schreie, Mutiges und Witziges rechtzeitig auch auf taz.de/feminstaz
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