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Wie geht’s? – Muss! Menschen, die auf Handys starren

Nicht nur die Kinder, auch Erwachsene sind nicht mehr von Bildschirmen wegzukriegen. Das beobachtet Katharina und fordert deshalb in der taz-lab -Kolumne #8 Social-Media-freie Räume für alle!

Menschen, die auf ihre Handys starren, sind längst nicht mehr nur Teenager Foto: Gary Cassel, Pixabay

taz lab | Na klar, Kinder und Jugendliche sind total handysüchtig und verbringen zu viel Zeit auf Social Media. Aber wann waren Sie zuletzt an einem Ort voller Erwachsener – und niemand hat auf sein Smartphone geschaut?

Seit einiger Zeit schon bin ich auf der Suche nach diesen „Internet free communal spaces“, wie sie die Psychiaterin und Suchtforscherin Anna Lembke fordert. Aber wo ich hinschaue, überall sehe ich Erwachsene auf Bildschirme starren.

Natürlich tippe auch ich noch schnell auf dem Handy herum, wenn ich zur Bahn gehe, lese beim Essen Nachrichten und suche auf dem Fahrrad, in die Pedale tretend, den nächsten Podcast aus.

Zu Hause befinde ich mich täglich in einem zermürbenden Kampf mit den Kindern beim Versuch, ihre Bildschirmzeit einzugrenzen („Keine Bildschirme am Tisch“), während sie jede Millisekunde nutzen, in der ich nicht aufpasse (zum Beispiel, weil ich gerade selbst in mein Handy vertieft bin), um sich blitzschnell und geräuschlos in einen Winkel der Wohnung zu verziehen und zu daddeln.

Wo ist die schicke, verschließbare Box mit Zeitschaltuhr, in der die ganzen Geräte weggeschlossen und alle Anwesenden zu etwas analogem Beisammensein verdammt werden? Wir brauchen so etwas. Da müsste aber auch mein Handy rein.

Ich wünsche mir Räume, in denen Handynutzung verpönt ist. Nicht nur im Theater, wenn das Stück beginnt. Social-Media-Verbot für Kids okay, aber bitte auch Social-Media-freie Räume für alle! Handyverbot an Schulen, ich bin dafür.

Aber warum nicht auch mal Handyverbot im Café oder im Park? Wäre schön, wieder mit Menschen auf einer Veranstaltung zu sein und nicht nur kultig die Kameras abzukleben wie im Berghain, sondern die Telefone vorher abzugeben. Also: Wie geht’s? Das weiß ich noch nicht. Aber ich finde: muss!