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Wie geht's? – Muss! Schwäbische Kehr­woche fürs taz lab

Aufs Abitur zusegeln, dabei einen Job in der taz jonglieren, und trotzdem Zeit finden uns davon zu berichten. Dieses Kunststück der Gehirnakrobatik vollführt Nevio mit der taz lab Kolumne #7.

Statt Treppenhaus-Kehrwoche durch die Datenbank fegen Foto: Foto: pixabay

taz lab | Ihr wollt Tacheles? Könnt ihr haben. Rabiat ehrlich und liebevoll pedantisch. Hier ist mein kleines Geständnis: Ich lebe ein Doppelleben. Auf der einen Seite: Die zwölfte Klasse an einem Gymnasium in Baden-Württemberg. Mein Alltag besteht aus dem beschaulichen Leben im Einfamilienhaus und der schleichenden Panik vor dem Abitur.

Auf der anderen Seite: Mein Engagement bei der taz. Wenn ich erzähle, dass ich für diese Zeitung arbeite, stellen sich die Leute oft hitzige Debatten in Berliner Redaktionsräumen vor.

Technisch einwandfreie Rechtschreibung

Meine eigentliche journalistische Heldentat aber findet im Verborgenen statt. Im digitalen Maschinenraum. Auf einer internen Plattform namens „frab“. Dort füge ich Referierende hinzu und achte penibel darauf, dass die Rechtschreibung sitzt.

Da ich in einem Einfamilienhaus wohne, bleibt mir die klassische schwäbische Treppenhaus-Kehrwoche glücklicherweise erspart. Aber man kriegt den Schwaben eben doch nie ganz heraus: Ich habe die Kehrwoche einfach ins Internet verlegt, mit dem digitalen Besen durch die frab-Datenbank fegend.

Ein Buchstabendreher im Namen? Ein falsch gesetztes Komma? Ein vergessenes „h“? Nicht mit mir. Da kenne ich keine Gnade, da werde ich rabiat.

Vorbereitung aufs Abi

Dass ich so unerbittlich auf formale Perfektion poche, ist im Grunde reiner Selbstschutz. Schließlich werde ich drei Tage nach dem taz lab in der Turnhalle sitzen und mein Deutsch-Abi schreiben. Da kostet jeder Flüchtigkeitsfehler, jedes falsch gesetzte Komma harte Punkte.

Vormittags trimmt mich der Lehrplan bei Kleists „Zerbrochnem Krug“ auf bürgerliche Genauigkeit, nachmittags lasse ich diesen orthografischen Drill liebevoll in frab aus. Wenn ich nach dem taz lab in meine Deutschprüfung gehe, weiß ich: Ich bin vorbereitet. Ich habe die Datenbank gefegt und die Fehler beseitigt. Ganz liebevoll, versteht sich. Nevio Cottone

Hier schreiben unsere taz lab Redakteur*innen wöchentlich übers Tachelesreden.