piwik no script img

Wenn wirklich alles auf den Sommer deutet

Die Strände der Ostseeinsel Poel sind zugeschneit. Da, wo sonst Sand ist, liegt Schnee, da, wo das Wasser das Land berührt, ist eine sulzige Masse aus tauendem Eis. Meer und Himmel verlaufen am Horizont in ein weißliches Grau. Nur wenige Menschen sind hier, dick angezogen, am Strand von Am Schwarzen Busch unterwegs.

Vom fast leeren Großparkplatz sind die Leute vorbeigegangen an einem Stromkasten, auf dem ein Bild mit zwei Kindern gemalt ist, die mit Sonnenhut und Badehose am Strand spielen. Knallig heben sich die Farben vom verschneiten Straßenrand ab. Ein paar Meter weiter hat der Laden Strandversorger geöffnet, vor der Eingangstür stehen im Schnee kleine Schaufeln zum Sandburgenbauen. Und das Strandeck schräg gegenüber hat Strandvolleybälle und bunte Kescher auf die Straße gestellt. Auf der Tafel darüber steht: „Alles, was das Insel-Herz begehrt.“

Am Scharzen Busch

50 Ein­wohner*innen.

Der Ortsteil der Gemeinde Insel Poel bietet bei passender Witterung alle Möglichkeiten zum Strandvergnügen und zur Erholung. Hier befindet sich auch die Ostseeklinik, die Mutter-Kind-Kuren anbietet.

Im Inneren des Strandecke brennt ein schummriges Licht, so ganz sicher kann man sich nicht sein, dass der Laden aufhat. Aber dann sehen wir die Silhouette einer Person hinter der Kasse. Still sitzt sie da. Und wischt auf ihrem Handy. Klaus Irler

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen